Portrait von Rainer Wohlfeil – der Historiker als Mensch :: Retrato

Prof. em. Dr. Rainer Wohlfeil, 1990

Die Wertschätzung, die dem Historiker Rainer Wohlfeil überall entgegengebracht wird, liegt nicht zuletzt in seiner Persönlichkeit begründet.
Zurückhaltend und doch stets freundlich und hilfsbereit, tolerant und friedliebend, ist er ein sehr angenehmer Mitmensch – und seiner Familie ein liebevoller Vater, Grossvater und Ehemann.
Gewissenhaft, sehr pflichtbewusst und stets ansprechbar, war er schon immer ein geschätzter Kollege, viel beschäftigter Gutachter (DFG…) und gesuchter Doktorvater: seine Fähigkeit, zuzuhören empfiehlt ihn als guten Berater.

Rainer Wohlfeil versteht es, Einfühlungsvermögen und Geduld mit Perseveranz zu paaren. Er stellt hohe Ansprüche an sich selbst und an andere, ist aber immer verständnisvoll und respektiert die persönlichen Entscheidungen jedes einzelnen.
Diese Eigenschaft, jeden so anzunehmen, wie er ist, spiegelt sich in seinem grundsätzlichen Geschichtsverständnis: er bemüht sich – und es gelingt ihm -, historische Persönlichkeiten und Sachverhalte im Rahmen ihrer Zeit zu verstehen, zu interpretieren und zu erklären, möglichst unbeirrt von subjektiven Beeinflussungen ideologischer, gesellschaftlicher und politischer Art.

Rainer Wohlfeil steht offen zu seinen stark reflektierten und solide begründeten Ansichten und Grundsätzen; er ist aber gleichzeitig fähig und bereit, seine Urteile zu revidieren und Kompromisse zu schliessen. Seine Aufgeschlossenheit gegenüber anders Denkenden veranlasste ihn schon in den 1970er Jahren dazu, am wissenschaftlichen und geistigen Austausch im deutsch-deutschen Rahmen aktiv mitzuwirken („Reformation oder frühbürgerliche Revolution?“) und Kontakte zu Kollegen aus der Sowjetunion aufzubauen.
Gerecht, geradsinnig und bescheiden, beeindruckt und überzeugt er insbesondere dadurch, dass er niemals zu überreden sucht.

Er ist ausdauernd und optimistisch, wenn es darum geht, ein gestecktes Ziel zu erreichen, unermüdlich, methodisch und präzise in seiner Arbeitshaltung: so hat er es geschafft, über 100 wissenschaftliche Studien zu erarbeiten und zu publizieren – sowohl zur Zeit seiner Beschäftigung am Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Freiburg als auch während der Lehrtätigkeit an der Universität Hamburg (1970-1990).
Die tatkräftige Unterstützung von und die sachbezogene Auseinandersetzung mit seiner Frau, der Künstlerin Trudl Wohlfeil – öfters Mitautorin der Untersuchungen – war ihm dabei eine bedeutende Hilfe, nicht zuletzt bei der Entwicklung des Konzepts der Historischen Bildkunde.

Seit seiner Emeritierung forscht Rainer Wohlfeil vorzugsweise in spanischer Geschichte der Frühen Neuzeit – seine persönliche Neigung zu diesem Themenbereich erläutert er selbst deutlich in einer Untersuchung zu Karl V.
Im Laufe der letzten 25 Jahre sind so viele Texte entstanden, die in der Liste der „Neueren Publikationen“ aufgeführt sind und  online gelesen werden können.
Neben Untersuchungen zur Person Karls V.  finden sich eine Reihe sehr interessanter Studien zu sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen in Spanien, zur historischen Bildkunde, ihrer Methode und Interpretationsbeispielen,  zum Geldwesen und zur Numismatik.
Eine Kombinationder letztgenannten Forschungsgebiete findet ihren Ausdruck in der spannenden, reich bebilderten Monografie  „Geschichte Spaniens im Spiegel von Münzen und Banknoten“, ein neuartiger und faszinierender Ansatz, den geschichtlichen Werdegang eines Landes nachzuverfolgen und zu verstehen.

Marie Wohlfeil-Pérez Esteban



Rainer Wohlfeil es un historiador altamente estimado por sus colegas, aprecio que se debe tanto a su capacidad científica como a su talante personal.

Es discreto y humilde, tolerante y pacífico, siempre amable y servicial; para su familia es un padre, marido y abuelo cariñoso, para los demás, una persona de trato muy agradable.

Rainer Wohlfeil exige mucho, tanto de sí mismo como de los demás, pero también es muy comprensivo y respeta las decisiones personales de cada uno.

Es capaz de aceptar a las personas como son, actitud que se refleja en su percepción general de la historia. Procura comprender las personalidades y los hechos del pasado en el marco filosófico, político y social de la época, y los interpreta a la luz de aquellas circunstancias.

Los colegas le aprecian como amigo y colaborador en las tareas administrativas, los estudiantes lo buscan -por su marcado sentido del deber, la disposición a ayudar y su paciencia- como tutor académico: sabe escuchar y eso lo convierte en un buen consejero.

Rainer Wohlfeil defiende sus meditadas convicciones y sólidos razonamientos, pero siempre está abierto a la discusión y es capaz de revisar. Nunca intenta imponer su punto de vista, por lo que sus argumentos justos y sinceros convencen aún más.

Perseverante y optimista cuando se trata de alcanzar una meta, incansable, metódico y preciso en el trabajo, ha conseguido escribir más de 100 publicaciones científicas, dedicándose a ello tanto mientras trabajaba en el Militärgeschichtliche Forschungsamt de Friburgo (Instituto de Investigación de la Historia Militar) como cuando ocupaba la cátedra de Historia Medieval y Moderna en la facultad de Hamburgo (desde 1970).
Difícilmente hubiera podido llevar a cabo toda esta obra sin el apoyo constante de su mujer, la artista Trudl Wohlfeil. Los debates científicos con ella – a menudo coautora de sus publicaciones – han contribuído decisivamente al desarrollo de los análisis.
Entre sus temas más importantes destacan:

· Lutero, la Reforma y la Guerra de los Campesinos
· discusión metódico-histórica con historiadores de la RDA, sobre el significado sociohistórico de la época,
· la figura y el tiempo de Carlos V,
· elaboración del concepto de la iconografía histórica (Historische Bildkunde) y sus métodos,
· investigaciones socioeconómicas, numismáticas e iconográficas relacionadas con la historia de  España.

Ahora -ya jubilado- explora preferentemente la historia moderna de España. En un estudio sobre Carlos V explica él mismo su inclinación hacia aquella época.
Entre sus publicaciones más recientes cabe destacar una investigación sobre la figura del caballero andante  así como una interesantísima monografía sobre la historia de España reflejada en sus monedas.

Marie Wohlfeil-Pérez Esteban

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