{"id":1641,"date":"2017-04-03T21:03:24","date_gmt":"2017-04-03T19:03:24","guid":{"rendered":"http:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/?p=1641"},"modified":"2019-05-19T12:24:28","modified_gmt":"2019-05-19T10:24:28","slug":"die-katholischen-koenige-und-die-franco-diktaturdie-katholischen-koenige-als-sinnpotential-gespiegelt-in-der-ideologie-der-franco-diktatur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/die-katholischen-koenige-und-die-franco-diktaturdie-katholischen-koenige-als-sinnpotential-gespiegelt-in-der-ideologie-der-franco-diktatur\/","title":{"rendered":"Die Katholischen K\u00f6nige und die Franco-Diktatur<BR>Die Katholischen K\u00f6nige, als Sinnpotential gespiegelt in der Ideologie der Franco-Diktatur"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/billete-1000-pesetas-1957.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1643\" src=\"http:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/billete-1000-pesetas-1957.jpg\" alt=\"billete de 1000 pesetas, Espa\u00f1a, 1957: Reyes Cat\u00f3licos\" width=\"346\" height=\"458\" srcset=\"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/billete-1000-pesetas-1957.jpg 453w, https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/billete-1000-pesetas-1957-151x200.jpg 151w, https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/billete-1000-pesetas-1957-113x150.jpg 113w\" sizes=\"auto, (max-width: 346px) 100vw, 346px\" \/><\/a>Prof.em.Dr.Rainer Wohlfeil, Hamburg:<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/svz82-RainerWohlfeil-KatholKoenigeFrancoregime.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Die Katholischen K\u00f6nige und die Franco-Diktatur.\u00a0 <\/strong><\/a><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Die Katholischen K\u00f6nige, als Sinnpotential gespiegelt<br \/>\nin der Ideologie der Franco-Diktatur.<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anl\u00e4\u00dflich der 500. Wiederkehr der Entdeckung Amerikas gedachte Spanien auch in Sonderm\u00fcnzen dieses Ereignisses. Vier Serien (1989-1992) mit jeweils f\u00fcnf Gold- und sieben Silberm\u00fcnzen<a href=\"#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a> ori\u00adentierten sich an den Nominalen des W\u00e4hrungssystems, das von den Katholischen K\u00f6nigen, Isabella I. (1451-1504) und Ferdi\u00adnand V. von Kastilien (1452-1516; als K\u00f6nig von Arag\u00f3n Ferdinand II.), 1497 grundlegend reformiert worden war<a href=\"#sdfootnote2sym\"><sup>2<\/sup><\/a>. In der ersten Serie zeigt die h\u00f6chstwertige Nominale, eine Gold\u00adm\u00fcn\u00adze zu 80.000 Pesetas, gepr\u00e4gt nach dem Vorbild der &#8218;Onza&#8216;, der M\u00fcnze zu 8 Escudos, auf der einen Seite Juan Carlos I. und Sophia &#8211; das ge\u00adgenw\u00e4rtige K\u00f6nigspaar. Die Ehepartner blicken sich gegenseitig an<a href=\"#sdfootnote3sym\"><sup>3<\/sup><\/a>. Die andere Seite enth\u00e4lt ein Dop\u00adpelpor\u00adtr\u00e4t der Ka\u00adtholischen K\u00f6nige in \u00e4hnlicher Position, entnommen dem Bild auf ihrer Goldm\u00fcnze &#8218;Excelente de oro\u2019<a href=\"#sdfootnote4sym\"><sup>4<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Doppelportr\u00e4t des heutigen K\u00f6nigspaares ist eine Hommage an die geachteten Per\u00ads\u00f6nlichkeiten, zugleich aber eine sinnentleerte \u00dcbernahme einer fr\u00fch\u00adneu\u00adzeit\u00adlichen Herrschaftsbekundung. Unter konstitutioneller Fra\u00adgestellung eignet dem Bild von 1989 keine Aussage, staats- und verfas\u00adsungs\u00adrecht\u00adlich relevant ist nur der K\u00f6\u00adnig. Isabella I. und Ferdi\u00adnand V. sind im Kontext des Jubil\u00e4\u00adums von 1992 vornehmlich historisch eingebracht, w\u00e4hrend ihre Bildnisse und Embleme im Zeichen der Diktatur des &#8218;Caudillo&#8216;, des Generals Francisco Franco y Bahamonde (1892-1975), als Sinnpotential ideologisch und politisch genutzt wurden.\u00a0 [ &#8230; ]<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><!--more--><a href=\"http:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/svz82-RainerWohlfeil-KatholKoenigeFrancoregime.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">[Weiterlesen\u00a0 &gt;&gt;\u00a0 vollst\u00e4ndiger Text mit Fu\u00dfnoten im pdf-Format \/ neuer Tab\u00a0 &gt;&gt;]<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<h6 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #234567;\"><em>bibliografischer Hinweis &#8211; <strong>svz 82<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #234567;\"><em> Rainer Wohlfeil: <strong>Die Katholischen K\u00f6nige und die Franco-Diktatur<u>,<\/u><\/strong> in:<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #234567;\"><em> Zeitenspiegelung. Zur Bedeutung von Traditionen in Kunst und Kunstwissenschaft. <\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #234567;\"><em> Festschrift f\u00fcr Konrad Hoffmann zum 60. Geburtstag am 8. Oktober 1998, <\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #234567;\"><em> hg. von Peter K. Klein und Regina Prange, Bonn 1998, S. 61 &#8211; 72<\/em><\/span><\/h6>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: left;\">[ &#8230; ]<\/p>\n<p>Zur Erkl\u00e4rung die\u00adser These werden einleitend einschl\u00e4gige Grund\u00adz\u00fcge der Herrschaft der Katho\u00adlischen K\u00f6ni\u00adge aufgezeigt (I). Sie fand politisch und ver\u00adfassungsrechtlich ihren ver\u00adbildlichten Ausdruck in einer Staatssymbo\u00adlik, die unter Franco reaktiviert wurde, indem sich das Regime ihrer Sinnzeichen als Zitate be\u00addien\u00adte. Die Ana\u00adlyse und Deutung der Embleme auf M\u00fcnzbild und Wap\u00adpen der Ka\u00adtholi\u00adschen K\u00f6nige (II) sind eine Vorausset\u00adzung, um die Frage zu beantworten, welcher Sinn ihrer Verwendung auf Banknoten und M\u00fcnzen des Franco-Staates eignete<a href=\"#sdfootnote5sym\"><sup>5<\/sup><\/a>. Diese zeigten seit 1937 Herrschaftszeichen und Bil\u00adder jenes K\u00f6nigspaa\u00adres. Sie werden im dritten Teil vor\u00adgestellt (III) und abschlie\u00ad\u00dfend hinsichtlich ihrer ideo\u00adlogischen Aussage und politischen Rele\u00advanz im Kontext der Diktatur interpre\u00adtiert (IV).<\/p>\n<p>I<\/p>\n<p>Isabella von Kastilien heiratete 1469 gegen den Willen ihres Halbbruders, K\u00f6nig Heinrich IV. (1425-1474), ihren Vetter Ferdinand von Arag\u00f3n. Nach dem Tod des K\u00f6nigs seit 1474 K\u00f6\u00adnigin, erk\u00e4mpfte sich Isabella die Herrschaft in einem Reich, das im 15. Jahrhundert sehr starke Wirren durch\u00adlebt hatte. Ferdinand trat die Re\u00adgierung \u00fcber die Krone Ara\u00adgon 1479 an. In Kastilien bestand der anomale Fall, da\u00df zwei K\u00f6nige mit je\u00adweils fortlaufenden Herrscher\u00adzah\u00adlen gemeinsam ein Reich regierten<a href=\"#sdfootnote6sym\"><sup>6<\/sup><\/a>. Schon aus diesem Sachverhalt erhellt, da\u00df ihr gemeinsames K\u00f6nigtum h\u00f6chsten sehr bedingt aus einer mittelalterlich-vision\u00e4ren Idee von einer Ein\u00adheit Spa\u00adniens folgerte oder gar Ergebnis einer zielbewu\u00dften Einigungspolitik war, son\u00addern sich aus den beson\u00adderen Bedingungen ergab, unter denen beide Thronanw\u00e4rter gelebt hat\u00adten. Dem entsprach, da\u00df Ferdinand nach dem Tode der K\u00f6nigin geneigt war, einem Sohn aus seiner zweiten Ehe mit Germaine de Foix (1488-1538) die Krone Arag\u00f3n zu \u00fcbertragen. Das K\u00f6nigspaar hat je\u00addoch durch seine gemeinschaftli\u00adche Re\u00adgierung, vor allem die gemeinsamen politischen und milit\u00e4rischen Un\u00adternehmun\u00adgen, Grundlagen f\u00fcr die abso\u00adlu\u00adtistisch gepr\u00e4gte Herrschaft der Krone Kastilien, f\u00fcr eine bereits sei\u00adtens euro\u00adp\u00e4ischer Staaten als &#8217;spanisch&#8216; ver\u00adstandene Gro\u00df\u00admachtstellung unter den ersten habsburgischen Monarchen und f\u00fcr die wesent\u00adlich sp\u00e4tere Ver\u00adeinigung der staatsrechtlich unter seiner Herr\u00adschaft noch ge\u00adtrennten Kronen Kastilien und Aragon zur Krone Spanien ge\u00adlegt. Dennoch haben die Katholischen K\u00f6nige trotz entschiedener St\u00e4rkung der monarchischen Autorit\u00e4t und stetig stei\u00adgender Bedeutung als europ\u00e4ischer Machtfaktor zu keiner Zeit einen nationalen Einheitsstaat zu ver\u00adwirkli\u00adchen angestrebt, beachte\u00adten verfassungsrechtlich vielmehr streng die &#8218;fueros y co\u00adstumbres&#8216; der in ihrer Bi-Personal- bzw. Ma\u00adtrimonialunion zusam\u00admengeschlossenen Kronen, er\u00adkannten den &#8218;Re\u00adgionalismus&#8216; der L\u00e4nder uneingeschr\u00e4nkt an. Ein Zeugnis dessen waren auch die unterschiedlichen M\u00fcn\u00adzen: Neben der Krone Kastilien gaben u. a. Arag\u00f3n, die Balearen, Katalonien, Valencia und sp\u00e4ter Navarra landeseigene Pr\u00e4gungen aus<a href=\"#sdfootnote7sym\"><sup>7<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Grundlegend f\u00fcr die gemeinsame Regierung waren der Heiratsvertrag von 1469 und vor allem ein in Segovia 1475 getroffenes Abkommen. In ihm wurden die Regierungsrechte Isabellas als &#8222;leg\u00edtima heredera y sucesora del Reino de Castilla&#8220; und Ferdinands als &#8222;leg\u00edtimo marido de la reina&#8220; festgelegt. Aber &#8211; er\u00adfolg\u00adreich war ihre Politik vor allem infolge des guten Einvernehmens der Ehegatten, die sicherlich aufgetretene un\u00adterschied\u00adliche Meinungen nach au\u00dfen hin nicht bekannt werden lie\u00dfen. Es ist dem Hi\u00adsto\u00adriker fast unm\u00f6g\u00adlich, im einzelnen Fall zu verorten, auf wel\u00adchen der beiden Herrscher ein Beschlu\u00df zur\u00fcckging. Die Kronen Kastilien und Arag\u00f3n waren \u00fcber die pers\u00f6nliche Bindung ihrer Herrscher verkn\u00fcpft &#8211; eine Bindung in Gleichberechtigung, die sich in ihren Ti\u00adteln ebenso wie in der De\u00advi\u00adse &#8222;Tanto monta, monta tanto &#8211; Isabel como Fernando&#8220;, in Herr\u00adschaftszeichen und in Emblemen ausdr\u00fcckte. &#8222;Es ist einerlei&#8220;, wie sich ihr Wahlspruch sinngem\u00e4\u00df \u00fcbersetzen l\u00e4\u00dft, war vielseitig ver\u00adwendbar, be\u00adzog sich auf das &#8222;mandar, guerrar, regir, e senorear a uno con ella&#8220; ebenso wie auf die Deutung ei\u00adnes Sinn\u00adzei\u00adchen des K\u00f6nigs. Ausdrucksformen ihres Bekenntnisses zur gemeinsamen Herr\u00adschaft finden sich bei komplexem herrschaftlichen Zeichensystems u. a. im Staatswappen und auf M\u00fcn\u00adzen<a href=\"#sdfootnote8sym\"><sup>8<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>II<\/p>\n<p>Der &#8218;Excelente de oro&#8216; weist als M\u00fcnzbild die einander zugewandten ge\u00adkr\u00f6nten B\u00fc\u00adsten des K\u00f6nigspaares auf. Sie werden am Rand von der Inschrift &#8218;FERNANDVS ET ELISABET D(EI) G(RATIA) REX ET REGINA CAS(TILLA)&#8216; umrahmt<a href=\"#sdfootnote9sym\"><sup>9<\/sup><\/a>. Die Gegenseite der h\u00f6herwertigen Nominalen zeigt den nimbierten Adler des Johan\u00adnes, der einen \u00fcberkr\u00f6nten gevierteilten Schild mit den Wappen von Kastilien-Le\u00f3n, Arag\u00f3n-Sizi\u00adlien und Gra\u00adnada hinterf\u00e4ngt<a href=\"#sdfootnote10sym\"><sup>10<\/sup><\/a>. Dieses Staatswap\u00adpen umschlie\u00dft die Inschrift &#8218;SVB VMBRA ALARVM TVARUM PRO\u00adTEGE NOS&#8216;<a href=\"#sdfootnote11sym\"><sup>11<\/sup><\/a>. Auf niederen Nomi\u00adnalen findet sich nur die Wappen von Kastilien und Le\u00f3n, umfangen von der In\u00adschrift &#8218;QVOS DEVS CONIVNXIT HOMO NON SEPARET&#8216;<a href=\"#sdfootnote12sym\"><sup>12<\/sup><\/a>. &#8211; In den Silberm\u00fcnzen schlug sich seit 1497 die spezifische Herr\u00adschaftssymbolik des K\u00f6nigspaares ebenfalls nie\u00adder. Die Pr\u00e1gmatica schrieb u .a. die Darstellung eines Jochs mit Seil und ein Pfeilb\u00fcndel vor<a href=\"#sdfootnote13sym\"><sup>13<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Alle benannten Zeichen vereint das Staatswappen<a href=\"#sdfootnote14sym\"><sup>14<\/sup><\/a>. In seiner bekanntesten Ausf\u00fchrung hinterf\u00e4ngt bei der ur\u00adspr\u00fcnglichen Form der nimbierte Adler des Apostels Johannes als Schildhalter den Wappenschild, der nach oben mit einer of\u00adfenen Krone abgeschlossen ist. Das Wappen ist auf kastilische Art gevierteilt. In den einan\u00adder gegen\u00fcberlie\u00adgenden Feldern 1 und 4 sind die Zeichen f\u00fcr Kastilien (Kastell) und Le\u00f3n (gekr\u00f6nter L\u00f6we) eingebracht, in den Feldern 2 und 3 f\u00fcr Arag\u00f3n (vier Pf\u00e4hle, eigentlich Wappen der Grafschaft Barcelona) und Arag\u00f3n-Sizili\u00aden (Schr\u00e4ggeviert von Arag\u00f3n und staufischer Adler). Neu der Krone einverleibte K\u00f6nigreiche wurden mit ih\u00adren Wappen sp\u00e4ter hinzugef\u00fcgt, nach 1492 Granada (Granatapfel) am unteren Rand in einem ge\u00adschwungenen Dreieck, Neapel und Navarra nach ihren Inkorporationen in das quergeteilte Feld 2: linksseitig Arag\u00f3n querge\u00adspalten mit Na\u00advarra (Kettennetz), rechtsseitig in der L\u00e4nge gespalten Jerusalem (Kr\u00fccken- kreuz) mit Ungarn (Turnierkragen). Der untere Teil des Wappens enth\u00e4lt zwei Devisen &#8211; das Pfeilb\u00fcn\u00addel und das Joch mit einem Seil, dazu das Motto &#8218;TANTO MONTA&#8216;<a href=\"#sdfootnote15sym\"><sup>15<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Der Adler des Johannes mit Heiligenschein war das Emblem Isabellas. Nach ihrer Ehe\u00adschlie\u00ad\u00dfung trat ein B\u00fcn\u00addel aus Pfeilen hinzu, deren Spitzen nach unten gerichtet sind, das B\u00fcndel umschlungen von einem Seil<a href=\"#sdfootnote16sym\"><sup>16<\/sup><\/a>. Es symbolisierte die Verei\u00adnigung der Kr\u00e4fte, weil eine derartige B\u00fcn\u00adde\u00adlung als Ganzes nicht zu zerbrechen ist. Au\u00dferdem entsprach der Anfangsbuchstabe des Wortes &#8218;flechas&#8216; (Pfeile) dem erstem Buch\u00adstaben des Namens ihres Gatten. Joch<a href=\"#sdfootnote17sym\"><sup>17<\/sup><\/a> und Seil, das als durch\u00adschlagener gordischer Knoten interpretiert wurde, symboli\u00adsierten &#8211; vor allem letzteres &#8211; den Leitsatz, da\u00df der politischen Aktion der Vorrang geb\u00fchre; dabei sei es einerlei &#8211; zu deuten hier \u00fcber die Devise &#8218;tanto monta&#8216; &#8211; ob der Knoten aufgekn\u00fcpft oder durch\u00adschlagen werde. Au\u00dferdem spielte der An\u00adfangsbuchstaben des Wortes &#8218;yugo&#8216; (Joch) auf den ersten Buchstaben des Namens &#8218;Ysabel&#8216; an. Der zentrale Wappenschild wurde in seinen Grundz\u00fcgen zum Ursprung des gegen\u00adw\u00e4rtigen spanischen Staats\u00adwappens. Festzuhalten bleibt, da\u00df auf M\u00fcnzen und Staatswappen \u00fcber Doppelbild\u00adnis und Embleme das be\u00adschriebene bi-per\u00adsonale Herrschaftsystem des K\u00f6nigspaares versinnbildlicht war, nicht aber ein Einheits- und nationaler Machtsstaat symbolisiert wurde.<\/p>\n<p>III<\/p>\n<p>Parallel zu Einf\u00fchrung der Pe\u00adseta als nationaler W\u00e4hrung wurde das spanische Geldsystem in Anleh\u00adnung an die Lateinische M\u00fcnzunion von 1865 end\u00adg\u00fcltig auf das Dezimalsystem ausgerichtet. Auf dieser Grundlage be\u00adsa\u00df Spanien bis zum Be\u00adginn des B\u00fcrger\u00adkrieges von 1936 ein\u00adheitli\u00adche Banknoten und M\u00fcnzen. Diese Einheit wurde sp\u00e4testens zerst\u00f6rt, als die Regierung der Auf\u00adst\u00e4n\u00addischen zu Bur\u00adgos unter dem Datum 13. November 1936 mit der Emission ei\u00adner sog. nationalen Peseta als der W\u00e4hrung des &#8218;wahren&#8216; Spani\u00adens begann. Es wur\u00adden vor allem Banknoten ausgegeben<a href=\"#sdfootnote18sym\"><sup>18<\/sup><\/a>, von denen hier die niedrigen Nominale be\u00adr\u00fccksichtigt werden: Sie waren unter der gesamten Bev\u00f6lkerung in stetem Umlauf und daher als &#8218;Ideologietr\u00e4ger&#8216; besonders geeignet. Niedrigster Wert war die Banknote zu ei\u00adner Peseta, in zehn Emissionen bis 1953 verausgabt<a href=\"#sdfootnote19sym\"><sup>19<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df Dekret vom 1. Okto\u00adber 1936 wurden als Symbole &#8222;las flechas y el yugo, s\u00edmbolo de la unidad espanola a suprema galard\u00f3n&#8220; in das Staatswap\u00adpen aufgenommen und sollten auf den neuen M\u00fcnzen erscheinen<a href=\"#sdfootnote20sym\"><sup>20<\/sup><\/a>. Die erste Banknote zu einer Peseta &#8211; Emission am 12. Oktober 1937, ver\u00adsehen mit der zus\u00e4tzlichen Zeitangabe &#8218;II ANO TRIUN\u00adFAL&#8216; &#8211; enthielt jedoch nur einen ovalen Wappenschild mit einer geschlossenen Krone, umrahmt von Kette und Widderfell des Ordens vom Golde\u00adnen Vlies: das Wappen des im Exil befindli\u00adchen K\u00f6nigshau\u00adses<a href=\"#sdfootnote21sym\"><sup>21<\/sup><\/a>. Das Dekret wurde erst bei den n\u00e4ch\u00adsten zwei Emissio\u00adnen vom 28. Februar und 30. April 1938 ver\u00adwirk\u00adlicht, eben\u00adfalls unter dem Motto &#8218;II ANO TRIUNFAL&#8216;<a href=\"#sdfootnote22sym\"><sup>22<\/sup><\/a>. Beide Banknoten zeigen das neue Staatswap\u00adpen, hinterfangen von dem nimbier\u00adten Ad\u00adler des Apostel Johannes als Schildhalter und eingerahmt von den S\u00e4ulen des Herak\u00adles mit der Devi\u00adse &#8218;PLVS VLTRA&#8216;<a href=\"#sdfootnote23sym\"><sup>23<\/sup><\/a>, zwei Sinnzeichen, die Karl V. (1500-1558) in sein Staats\u00adwappen einge\u00adf\u00fcgt hatte. Der Wappenschild enth\u00e4lt die Wappen von Kastilien, Le\u00f3n, Arag\u00f3n, Navarra und Granada. Oberhalb der Adler\u00adschwingen flattert ein Spruchband mit dem Wahl\u00adspruch &#8218;VNA GRANDE LIBRE&#8216;<a href=\"#sdfootnote24sym\"><sup>24<\/sup><\/a>. Zu beiden Seiten seiner Schwanzfedern sind Joch und Seil sowie ein B\u00fcndel von f\u00fcnf nach unten gerich\u00adteten Pfei\u00adlen, umschlungen von einem Seil, einge\u00adbracht. Dieses Staats\u00adwappen wurde bei der vierten Aus\u00adgabe vom 1. Juni 1940 auf die R\u00fcck\u00adseite verlegt<a href=\"#sdfootnote25sym\"><sup>25<\/sup><\/a>, auf der Vorderseite beginnen Bilder die Banknoten zu schm\u00fccken. Die sechste Emission vom 21. Mai 1943 bildete linksseitig K\u00f6\u00adnig Ferdi\u00adnand in Dreiviertel\u00adprofil ab<a href=\"#sdfootnote26sym\"><sup>26<\/sup><\/a>. Die Randleiste enth\u00e4lt in zweifacher Ausf\u00fchrung alle Wappenbilder des Staatswap\u00adpens sowie Joch und Pfeil\u00adb\u00fcn\u00addel. Ihrem Gatten folgt auf der Vor\u00adderseite der siebten Emissi\u00adon vom 15. Juni 1945 K\u00f6nigin Isa\u00adbella<a href=\"#sdfootnote27sym\"><sup>27<\/sup><\/a>. Die weiteren Banknoten k\u00f6nnen \u00fcbergangen werden<a href=\"#sdfootnote28sym\"><sup>28<\/sup><\/a>. Isabella wurde au\u00dferdem auf der f\u00fcnften Emission der Banknoten zu f\u00fcnf Pese\u00adtas (13. Fe\u00adbruar 1943) ab\u00adgebildet<a href=\"#sdfootnote29sym\"><sup>29<\/sup><\/a> und war auch auf deren sech\u00adster Emission (15. Juli 1945) zu se\u00adhen<a href=\"#sdfootnote30sym\"><sup>30<\/sup><\/a>. Beide Ausgaben enthalten zudem die bekannten Wappen einschlie\u00dflich Joch und Pfeilb\u00fcndel. Ihre letzte Ab\u00adbildung fanden die Ka\u00adtholischen K\u00f6nige gemeinsam auf der achten Emis\u00adsion einer Banknote zu 1000 Pese\u00adtas vom 29. November 1957, deren R\u00fcckseite ihr Staatswappen und ihre Embleme aufweist<a href=\"#sdfootnote31sym\"><sup>31<\/sup><\/a>. Das Staatswap\u00adpen des Franco-Regimes mit Joch und B\u00fcndel und \/ oder ein Sonnen\u00adsym\u00adbol waren auf den Vorderseiten ande\u00adrer Banknoten zumindest schemenhaft dem Schriftbild unterlegt<a href=\"#sdfootnote32sym\"><sup>32<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Da\u00df Banknoten niederer Nominale mit ver\u00adschie\u00adde\u00adnen Bildern ausgegeben wurden, ist ur\u00ads\u00e4ch\u00adlich in erster Linie damit erkl\u00e4ren, da\u00df Geldscheine, die in st\u00e4ndigen Umlauf wa\u00adren, sehr schnell un\u00adansehnlich und un\u00adbrauchbar wurden. Der Sachverhalt wurde genutzt, Banknoten bildlich in den Dienst der Propaganda gestellt. Vom Be\u00adginn des B\u00fcrgerkriegs an lag den Bank\u00adno\u00adten beider Seiten ein ideologisches Programm zugrunde &#8211; f\u00fcr die Republik die Aussage, den spa\u00adnischen Staat und seine Geschichte demokratisch legitim zu re\u00adpr\u00e4sentie\u00adren<a href=\"#sdfootnote33sym\"><sup>33<\/sup><\/a>. Seitens des Franco-Re\u00adgimes dienten die Bank\u00adnoten der Aufgabe, den Staat unter R\u00fcck\u00adgriff auf Perso\u00adnen und Ereignisse einer als spezifisch national begriffenen Geschichte zu legitimieren.<\/p>\n<p>Da\u00df Franco ein anderes Spanien an\u00adstrebte als das der unmittelbaren Vergangenheit, offenbarte auch die erste M\u00fcnze<a href=\"#sdfootnote34sym\"><sup>34<\/sup><\/a>. Gepr\u00e4gt 1937 in Wien als Wert zu 25 C\u00e9ntimos, zeigt die mittseits gelochte M\u00fcnze auf der Bildseite den Landesnamen &#8218;ESPANA&#8216; und die Devise &#8218;VNA GRANDE LIBRE&#8216; auf einem Kranz von Strahlen, die von der Lochung gleich einer Sonne ausgehen, das Joch und f\u00fcnf geb\u00fcndelte Pfeile zu\u00adsammen\u00adgefa\u00dft in einem Emblem, das Datum des Aus\u00adgabejah\u00adrs mit dem Zusatz &#8218;II ANO TRIVNFAL&#8216;. Die Pfeile zeigen nach oben<a href=\"#sdfootnote35sym\"><sup>35<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Eine M\u00fcnze zu einer Peseta wurde erstmals 1944 gepr\u00e4gt<a href=\"#sdfootnote36sym\"><sup>36<\/sup><\/a>. Der M\u00fcnz\u00adwert ist von ei\u00adnem ara\u00adbesken Kranz aus den bekannten Wappen und dem zusammenge\u00adf\u00fcgtem Joch und B\u00fcndel von f\u00fcnf aufw\u00e4rts ge\u00adrichteten Pfeilen umschlossen, das Wappen des Regimes auf der Gegenseite zu sehen.. Da\u00df dieses M\u00fcnzbild mit seiner klaren ideologi\u00adschen Aussage nur einmal ver\u00adwendet wurde, d\u00fcrfte in der staatsrechtlichen Verlautbarung vom 1. April 1947 be\u00adgr\u00fcndet sein, die Spanien zur Monarchie mit dem Caudillo als Staatschef auf Lebens\u00adzeit erkl\u00e4rte.<\/p>\n<p>Unter dem formellen Ausgabe\u00adjahr 1946 erschien auf den M\u00fcnzen eine Kopfb\u00fcste des Staats\u00adchefs<a href=\"#sdfootnote37sym\"><sup>37<\/sup><\/a>. Mit f\u00fcnf Emissionen zu einer Peseta wurde jenes schlichte Bildprogramm er\u00f6ffnet, das im Dienst der Restau\u00adra\u00adtion einer Monar\u00adchie un\u00adter der F\u00fchrung von Franco stand. Zum er\u00adsten Male erscheint als Um\u00adrahmung der Kopfb\u00fcste die Umschrift FRANCISCO FRANCO CAUDILLO DE ESPA\u00d1A POR LA G.(RACIA) DE DIOS. Die Formulie\u00adrung &#8218;POR LA GRACIA DE DIOS&#8216; war ein eindeutiges Bekenntnis zur Ableitung der Herrschaftsge\u00adwalt aus g\u00f6ttlichem Recht unter Ab\u00adleh\u00adnung der Lehre von Volkssouver\u00e4nit\u00e4t und Gesellschafts\u00advertrag. Zu\u00adgleich l\u00e4\u00dft sie sich als Bekenntnis zum mon\u00adarchi\u00adschen Prinzip interpretieren.<\/p>\n<p>Alle M\u00fcnzen offen\u00adbarten zweifelsfrei, da\u00df sie nicht nur Zah\u00adlungsmittel waren, sondern selbst in der Form von Schei\u00adde\u00adm\u00fcnzen zu 5 und 10 C\u00e9ntimos der Selbstdarstellung und Legiti\u00admation des Franco-Regimes dienten. Ausgegeben am 11. Februar 1941 zeigen sie auf der Bildseite u.a. einen Lanzen\u00adreiter und die Inschrift &#8218;ESPA\u00d1A&#8216;<a href=\"#sdfootnote38sym\"><sup>38<\/sup><\/a>. Der Lanzenreiter entspricht in modifiziertes Form jenem &#8218;iberischen Lanzenrei\u00adter&#8216;, der auf M\u00fcn\u00adzen w\u00e4hrend der r\u00f6mischen Herrschaft das offenbar auf As und Denar am weitesten verbreitete M\u00fcnzbild war. Hier wurde zugleich voll das Wappen der Katho\u00adlischen K\u00f6nige ein\u00adschlie\u00dflich ihrer Embleme Joch und Pfeil\u00adb\u00fcndel reaktiviert, erg\u00e4nzt durch die S\u00e4u\u00adlen des Herakles und die Devise &#8218;PLUS ULTRA&#8216; sowie die zwischen Krone und Adler auf einer ge\u00adschwungenen Banderole einge\u00adbrachte Devise &#8218;UNA GRANDE LIBRE&#8216;<a href=\"#sdfootnote39sym\"><sup>39<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Abweichend von den M\u00fcnzen mit Francos Por\u00adtr\u00e4t war nur die von 1949 bis 1965 verausgabte M\u00fcnze zu 50 C\u00e9ntimos<a href=\"#sdfootnote40sym\"><sup>40<\/sup><\/a>. Die mittseits durchlochten Pr\u00e4gungen zei\u00adgen auf der Bildseite u.a. die Inschrift &#8218;ESPANA&#8216; und als Sym\u00adbole Anker, Tau sowie Steu\u00aderrad &#8211; Sinnbil\u00adder f\u00fcr Spa\u00adnien als Seefahrernation. Die andere Seite enth\u00e4lt neben der Wertan\u00adgabe das Staatswappen mit Joch und Pfeilb\u00fcndel, wobei auf der ersten Ausgabe die Pfeile analog zur Gestaltung des Pfeilb\u00fcndels unter den Katholischen K\u00f6nigen nach unten gerichtet sind.<\/p>\n<p>Im Laufe weiterer Emissionen sind Portr\u00e4t und Staatswappen leicht abgewandelt worden<a href=\"#sdfootnote41sym\"><sup>41<\/sup><\/a>; ab 1957 wurden die S\u00e4ulen des Herakles vor einem schr\u00e4g hinein\u00adgesetzten Adler des Hl. Johannes eingebracht<a href=\"#sdfootnote42sym\"><sup>42<\/sup><\/a>. Alle M\u00fcnzen ab dem Wert zu 25 Pesetas enthielten auf dem M\u00fcnzenrand statt der Strichk\u00e4ndelung bei den niederen No\u00admina\u00adlen den Leit\u00adspruch * UNA ** GRANDE ** LIBRE*. Er verschwand erst mit der Kursm\u00fcnzenausgabe von 1982 unter Juan Carlos I. Einzige Silberpr\u00e4gung war von 1966 bis 1970 eine 100-Pesetas-M\u00fcnze<a href=\"#sdfootnote43sym\"><sup>43<\/sup><\/a>, deren Bildseite in Franco-Por\u00adtr\u00e4t und Titelei den gleichzeitigen Kursm\u00fcnzen entspricht, die abweichende Wertseite aber ein gekr\u00f6ntes f\u00fcnf\u00adfeldiges Wappen und am Au\u00dfenrand Joch und Pfeilb\u00fcndel enth\u00e4lt.<\/p>\n<p>Mit dem Regierungsantritt K\u00f6nig Juan Carlos I. im Jahre 1975 begann sich der Wandel des Staatswesens auch auf neuen M\u00fcnzen auszudr\u00fccken. Die Kursm\u00fcnzen zeigten bildseitig das Portr\u00e4t des neuen Staats\u00adober\u00adhauptes, der wegweisende Wandel vollzog sich im Verst\u00e4ndnis und Sinne der politischen &#8218;transici\u00f3n&#8216; auf der Wertseite. Seit 1975 tr\u00e4gt die Bildseite der Kursm\u00fcnzen das Portr\u00e4t, das Ausgabejahr und die Titelumschrift &#8218;JUAN CAR\u00adLOS I REY DE ESPANA&#8216;. Die M\u00fcnze zu f\u00fcnf Pesetas deutete auf der R\u00fcck\u00adseite den Wandel an: Das gekr\u00f6nte spanische Staatswappen ent\u00adhielt im Mittelschild das bourbonische Emblem der Lilien, umrahmt von der Or\u00addenskette des Gol\u00adde\u00adnen Vlieses und unterlegt mit ei\u00adnem Adreaskreuz, jedoch blieben bis 1989 noch Joch und Pfeilb\u00fcndel erhalten<a href=\"#sdfootnote44sym\"><sup>44<\/sup><\/a>. Nach und nach verschwanden der Adler des Johannes, die Devise &#8218;UNA GRANDE LIBRE&#8216; sowie zuletzt das Joch und das Pfeilb\u00fcndel aus dem M\u00fcnz\u00adbild<a href=\"#sdfootnote45sym\"><sup>45<\/sup><\/a>. Eine neue Kurs\u00adm\u00fcn\u00adzenserie seit 1982 zeigte den vorsich\u00adtig, mit politischer Klugheit vollzogenen Wandel<a href=\"#sdfootnote46sym\"><sup>46<\/sup><\/a>. In abgemessenen Schritten befreite sich Spanien vom Erbe Francos.<\/p>\n<p>IV<\/p>\n<p>Nach Francos Verst\u00e4ndnis legitimierte sich sein autorit\u00e4r-hierarchisches Regime aus dem Sieg im Krieg der &#8218;beiden&#8216; Spanien &#8211; interpretiert als ein Kreuzzug gegen die Kr\u00e4fte des &#8218;Anti-Spanien&#8216;, wurde der An\u00adspruch erhoben, Spanien in unmittelbarer Ankn\u00fcp\u00adfung an seine ruhmvolle Vergangenheit aus Dekadenz und vor dem Ver\u00adsinken im Strudel des Internationa\u00adlismus errettet zu haben und zu nationaler Ein\u00adheit und Gr\u00f6\u00dfe zur\u00fcckzu\u00adf\u00fchren. Dieses &#8217;neue Spanien&#8216; leitete sein reaktion\u00e4res Sinngef\u00fcge aus milit\u00e4ri\u00adschen Vorstellungen, aus kon\u00adservativer Tradition, aus katholi\u00adschem Konfessionalismus und teilweise auch aus der &#8218;Weltanschauung&#8216; der Falange her. Ihre Ideologie<a href=\"#sdfootnote47sym\"><sup>47<\/sup><\/a> ziel\u00adte auf die Wie\u00adderherstellung der ehemaligen Gr\u00f6\u00dfe Spaniens ab und war einem Nationalismus im Verst\u00e4ndnis einer &#8217;schicksalhaften Einheit Spaniens&#8216; verhaftet, der Regionalismus und erst recht Separatismus als &#8218;unver\u00adzeihliches Verbrechen&#8216; strikt verwarf; diese Ideologie berief sich auf die katholische Konfession als die dem Spanier ureigene Religion und verfocht &#8211; wenn auch unklare &#8211; imperialisti\u00adsche Vorstellungen. Nicht zu\u00adletzt bekundete die Falange ein uneingeschr\u00e4nktes Be\u00adkenntnis zu milit\u00e4rischen Werten. Historisch sahen vor allem Ramiro Ledesma Ramos (1905-1936) und sein Umfeld in den Katholi\u00adschen K\u00f6nigen ein Vorbild verk\u00f6r\u00adpert, deren ruhmreiche Herrschaft sie als Beispiel der Gr\u00f6\u00dfe Spanien st\u00e4ndig beschworen, etwa in der Formu\u00adlierung &#8222;Unter Isabella und Ferdinand waren wir die erste Nation der Welt, in der Staat und nationales Wollen zu einer unaufl\u00f6sbaren, dauernden Wesenseinheit verschmolzen.&#8220; Die Be\u00adzeichnung &#8218;Katholische K\u00f6nige&#8216; wurde als politischer Begriff instrumentalisiert, der ihre Herrschaft als eine Zeit eines &#8222;sentido nacional y mili\u00adtar&#8220; er\u00adscheinen lie\u00df. Verk\u00f6r\u00adpert sahen sie den Be\u00adgriffsgehalt in den Sinnzei\u00adchen Joch und Pfeilb\u00fcndel &#8211; dem &#8217;s\u00edmbolo de unidad espanola&#8216; . Diese Embleme wurden erstmals, wohl ange\u00adregt durch Juan Aparicio L\u00f3pez (*1906) dem Titel der Zeitung &#8218;La Conquista del Estado&#8216; bei\u00adge\u00adf\u00fcgt<a href=\"#sdfootnote48sym\"><sup>48<\/sup><\/a>, danach zu Emblemen der Falange er\u00adho\u00adben. F\u00fcr die Mitglieder der &#8218;Bewegung&#8216; waren sie einerseits Sinnbilder f\u00fcr die von ihnen geforderte Diszi\u00adplin und Angriffs\u00adbereitschaft<a href=\"#sdfootnote49sym\"><sup>49<\/sup><\/a>. Im Zeichen falangi\u00adstischer Zukunftsbew\u00e4ltigung sollten sie andererseits durch die Besch\u00e4fti\u00adgung mit der Vergan\u00adgenheit Sinn stif\u00adten, dienen als kraftgeladene Zeichen. Sie standen f\u00fcr einen \u00fcbersinnli\u00adchen Begriff &#8211; f\u00fcr das ewige Spanien. Diese Idee fand einen weiteren Ausdruck in dem Leitspruch &#8218;Espana una, grande y libre&#8216; (Ein Spanien, gro\u00df und frei), den die JONS &#8211; Juntas de Ofensiva Nacional-Sindi\u00adcalista \u2013 bei ihrer Ver\u00adeinigung mit der Falange einbrachten.<\/p>\n<p>Als die Falange nach Ausbruch des B\u00fcrgerkrieges 1937 von Franco in eine einheitliche Staatspartei \u00fcberf\u00fchrt wurde, die sich von zahl\u00adreichen falangistischen Vorstellungen trennte, \u00fcbernahm das Regime ihre Embleme und ihren Leitspruch. Da\u00df eine solche Identifikation nicht von Anfang an gegeben war, offenbart die erste Banknote<a href=\"#sdfootnote50sym\"><sup>50<\/sup><\/a>. Dem neuen sinnstiftenden Deutungs- und Ordnungspotential war nicht mehr ein Bezug zur Re\u00adstauration der vergangenen Monarchie, sondern ein Bekenntnis zur sogenannten ruhm\u00adreichsten Vergangenheit Spa\u00adniens zu entnehmen. Auf der Grundlage einer Besch\u00e4ftigung mit den Katholi\u00adschen K\u00f6nigen wurde \u00fcber manipulierte Tradition ein Ge\u00adschichtsbild freige\u00adsetzt und beschworen, dessen Lei\u00adstungsf\u00e4higkeit darin gesehen wurde, da\u00df Franco gleich den Katholischen K\u00f6nigen unwandelbaren traditionalen Werten und Normen ver\u00adpflichtet erschien und ver\u00adantwort\u00adlich war einzig vor der Ge\u00adschichte und vor Gott &#8211; allgegenw\u00e4rtig sichtbar in der Formulie\u00adrung &#8218;POR LA GRACIA DE DIOS&#8216;.<\/p>\n<p>Wenn Ladero Quesada 1992 festgestellt hat, da\u00df das Zeitalter der Katholischen K\u00f6nige f\u00fcr die spanische Ge\u00adschichtswissenschaft stetig von besonderem Interesse war, &#8222;aber auch zu anachronistischen und nationalisti\u00adschen Interpretationen Anla\u00df gegeben&#8220; habe<a href=\"#sdfootnote51sym\"><sup>51<\/sup><\/a>, so gilt diese Aussage nicht zuletzt f\u00fcr die Zeit des Franco-Re\u00adgimes. Das leitende Erkenntnisinteresse wurde nicht selten vom politischen Legiti\u00admationsbe\u00add\u00fcrfnis der Dikta\u00adtur beeinflu\u00dft. Nach seinem historischem Selbstverst\u00e4ndnis vollendete der Diktator je\u00adne Po\u00adlitik, die unter den Katholischen K\u00f6nigen zwangsl\u00e4ufig und unvermeidlich zum spanischen National\u00adstaat ge\u00adf\u00fchrt habe &#8211; zu jener Einheit und Einigkeit, die besonders die im B\u00fcrgerkrieg bek\u00e4mpfte Repu\u00adblik str\u00e4flich preisgege\u00adben h\u00e4tte. Es war jedoch anachronistisch, von einem Einheitsstaat um 1500 zu spre\u00adchen, in dem sich der am st\u00e4rksten zen\u00adtralisierte Staat, den die Spanier jemals \u00fcber sich ergehen lassen mu\u00df\u00adten, h\u00e4tte gespiegelt sehen k\u00f6nnen. Dieser historische Sachverhalt schlie\u00dft nicht aus, da\u00df sich das Regime durch die Ka\u00adtho\u00adlischen K\u00f6nige rechtfertigte, wenn es eine st\u00e4ndestaatlich organisierte Gesell\u00adschaft oder jenen &#8222;extremen religi\u00f6sen und geistigen Kon\u00adfor\u00admismus&#8220; zu restaurieren anstrebte, f\u00fcr den Isabella und Ferdinand mit der Zer\u00adst\u00f6rung der Reste eines aus dem Mittelalter \u00fcberkommenen, in Grenzen toleranten Zu\u00adsammenlebens ethnisch und religi\u00f6s verschiedener Men\u00adschen historische Verantwortung zugesprochen wer\u00adden mu\u00df<a href=\"#sdfootnote52sym\"><sup>52<\/sup><\/a>. Das Regime le\u00adgitimierte sich f\u00fcr den Diktator in erster Linie durch seinen milit\u00e4rischen Sieg \u00fcber die gesellschaftlichen Kr\u00e4f\u00adte, die als &#8218;Anti-Spanien&#8216; denun\u00adziert wurden. Ihn beschwor er kontinuierlich. Dar\u00ad\u00fcber hinaus aber sollten auch die nationalistischen und ideo\u00adlogischen Werte und Normen des Francismus, ge\u00adfa\u00dft in dem leicht abgewandel\u00adten falangistischen Leitspruch &#8218;UNA &#8211; GRANDE &#8211; LIBRE&#8216; historisch legitimiert erscheinen. Aber nicht nur dieses Motto wurde jedem Spa\u00adnier im Staatswappen und vor allem auf M\u00fcnzen tag\u00adt\u00e4glich pr\u00e4sentiert, sondern auch die Embleme der Katho\u00adlischen K\u00f6nige. Der Berufung auf sie eignete die Funktion, die Vorstel\u00adlung zu vermitteln, einzu\u00adpr\u00e4gen und zu festigen, da\u00df Isabella I. und Ferdinand V. in Franco und seinem System ih\u00adren kon\u00adgenia\u00adlen Nach\u00adfolger ge\u00adfun\u00adden hatten, da\u00df der Staatschef deren hehre Ziele stetig verfolge. Indem sich das Franco-Re\u00adgimes hinsicht\u00adlich seiner politischen und gesellschaftlichen Funktion auf die Epoche um 1500 be\u00adzog, um dadurch die Dikta\u00adtur auch historisch zu rechtfertigen, verf\u00e4lschten Ideologen und willf\u00e4hige Histori\u00adker nicht nur das Geschichts\u00adbild, sondern strebten an, ihre Sicht einer vergangenen historischen Wirklichkeit als Bau\u00adstein f\u00fcr eine gegen die Geschichte gerichtete manipulierte Traditionsbildung zu instrumentalisieren &#8211; ein Versuch, der den Wider\u00adspruch der Ge\u00adschichtswissen\u00adschaft herausfordert<a href=\"#sdfootnote53sym\"><sup>53<\/sup><\/a>. Nicht hi\u00adstorisch gegr\u00fcndet, son\u00addern ideolo\u00adgisch vermit\u00adtelt sah sich das Franco-Regime funktionell im Staat der Katholischen K\u00f6nige gespie\u00adgelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/svz82-RainerWohlfeil-KatholKoenigeFrancoregime.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">[Weiterlesen\u00a0 &gt;&gt;\u00a0 vollst\u00e4ndiger Text mit Fu\u00dfnoten im pdf-Format \/ neuer Tab\u00a0 &gt;&gt;]<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prof. em. Dr. Rainer Wohlfeil<br \/>DIE KATHOLISCHEN K\u00d6NIGE UND DIE FRANCO-DIKTATUR<br \/>Die Katholischen K\u00f6nige, als Sinnpotential gespiegelt in der Ideologie der Franco-Diktatur.   <\/p>\n<p>Anl\u00e4\u00dflich der 500. Wiederkehr der Entdeckung Amerikas gedachte Spanien auch in Sonderm\u00fcnzen dieses Ereignisses. Vier Serien (1989-1992) mit jeweils f\u00fcnf Gold- und sieben Silberm\u00fcnzen1 ori\u00adentierten sich an den Nominalen des W\u00e4hrungssystems, das von den Katholischen K\u00f6nigen, Isabella I. (1451-1504) und Ferdi\u00adnand V. von Kastilien (1452-1516; als K\u00f6nig von Arag\u00f3n Ferdinand II.), 1497 grundlegend reformiert worden war2. In der ersten Serie zeigt die h\u00f6chstwertige Nominale, eine Gold\u00adm\u00fcn\u00adze zu 80.000 Pesetas, gepr\u00e4gt nach dem Vorbild der \u201aOnza\u2018, der M\u00fcnze zu 8 Escudos [ \u2026 ]<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/die-katholischen-koenige-und-die-franco-diktaturdie-katholischen-koenige-als-sinnpotential-gespiegelt-in-der-ideologie-der-franco-diktatur\/\"><span>Weiterlesen &gt;&gt;<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1643,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[384,336,328,326,385,333,386,325],"tags":[389,390,391,323,388,379,322,332,329,345,346,315],"class_list":["post-1641","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-franco","category-gegenwart","category-historische-bildkunde","category-ikonographie","category-katholische-koenige","category-numismatik","category-politische-legitimation","category-spanien","tag-diktatur","tag-franco-regime","tag-ideologische-legitimierung","tag-instrumentalisierung","tag-katholische-koenige","tag-legitimation","tag-muenzbilder","tag-propaganda","tag-spanien","tag-symbolfigur","tag-symbolik","tag-tradition"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1641","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1641"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1641\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1888,"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1641\/revisions\/1888"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1643"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1641"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1641"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1641"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}