{"id":1563,"date":"2017-03-09T01:00:39","date_gmt":"2017-03-09T00:00:39","guid":{"rendered":"http:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/?p=1563"},"modified":"2019-05-19T12:00:23","modified_gmt":"2019-05-19T10:00:23","slug":"kaiser-karl-v-vom-burgundischen-ritter-zum-ahnherrn-oesterreichs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/kaiser-karl-v-vom-burgundischen-ritter-zum-ahnherrn-oesterreichs\/","title":{"rendered":"Kaiser Karl V. &#8211; Vom &#8218;burgundischen Ritter&#8216; zum &#8218;Ahnherrn \u00d6sterreichs\u2019"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/100-schilling-Karl-V.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1738\" src=\"http:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/100-schilling-Karl-V.png\" alt=\"100 Schilling-Gedenkm\u00fcnze Karl V \" width=\"273\" height=\"536\" srcset=\"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/100-schilling-Karl-V.png 273w, https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/100-schilling-Karl-V-102x200.png 102w, https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/100-schilling-Karl-V-76x150.png 76w\" sizes=\"auto, (max-width: 273px) 100vw, 273px\" \/><\/a>Prof. em. Dr. Rainer Wohlfeil:<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/RAINERWOHLFEIL\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/svz79-RainerWohlfeil-KarlV-AhnherrOesterreichs.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Kaiser Karl V.\u00a0 <\/strong><\/a><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/RAINERWOHLFEIL\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/svz79-RainerWohlfeil-KarlV-AhnherrOesterreichs.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Vom &#8218;burgundischen Ritter&#8216; zum &#8218;Ahnherrn \u00d6sterreichs&#8216;\u00a0 <\/a><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die M\u00fcnze \u00d6sterreich gab am 21. Oktober 1992 eine Silberpr\u00e4gung zu 100 Schilling heraus, deren Revers &#8211; die Bildseite einer M\u00fcnze &#8211; ein Bildnis Karls V. (1500-1558) zeigt<a href=\"#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a>, w\u00e4hrend sich auf dem Avers &#8211; ihrer Wert\u00adseite &#8211; Bildnisse Kaiser Ferdinands I. (1503-1564) und K\u00f6nig Philipp II. von Spanien (1527-1598) befinden<a href=\"#sdfootnote2sym\"><sup>2<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Diese Sondergedenkm\u00fcnze ordnet sich ein in eine Millenium-Serie, mit der die Republik \u00d6ster\u00adreich seit 1991 bis zum Jubil\u00e4umsjahr 1996 in acht silbernen und sechs goldenen Pr\u00e4gungen sowie einer \u201aKursm\u00fcnze\u2018 an die 1000-j\u00e4hrige \u00f6sterreichi\u00adsche Geschichte erinnerte<a href=\"#sdfootnote3sym\"><sup>3<\/sup><\/a>. Die Kurs\u00adm\u00fcnze zeigt\u00a0 \u00a0 [ &#8230; ]<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/RAINERWOHLFEIL\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/svz79-RainerWohlfeil-KarlV-AhnherrOesterreichs.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">[Weiterlesen &gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Text mit Fu\u00dfnoten im pdf-Format \/ neuer Tab &gt;&gt; ]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<h6 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #234567;\"><em><strong>svz 79 <\/strong>&#8211; bibliografische Information :<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #234567;\"> <em> Rainer Wohlfeil: <strong>Kaiser Karl V. &#8211; Vom &#8218;burgundischen Ritter&#8216; zum &#8218;Ahnherrn \u00d6sterreichs\u2019<\/strong>,<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #234567;\"> <em> in: Bildnis und Image. Das Portrait zwischen Intention und Rezeption,<br \/>\nhg. von Andreas K\u00f6stler und Ernst Seidl, M\u00fcnchen 1998, S. 163 &#8211; 178.<\/em><\/span><\/h6>\n<hr \/>\n<p>[ &#8230; ]\u00a0 den Babenberger Markgrafen Heinrich I. (994-1018). die M\u00fcnzen in Silber brin\u00adgen die Bild\u00adnisse der Habsbur\u00adger K\u00f6nig Rudolf I. (1218-1291), Kaiser Maximilian I. (1459-1519), Kaiser Karl V. (1500-1558), Kaiser Leopold I. (1640-1705) und Kaiser Franz Joseph I. (1830-1916) sowie den Babenberger Markgrafen Liutpold bzw. Leopold III. (1095-1136), in Gold der Habs\u00adburger Kaiser Rudolf II. (1552-1612 ), Kaiserin Maria Theresia (1717-1780) und Kaiser Franz I. (1768-1835) sowie des Herzogs Hein\u00adrich II. Jasomirgott (1140-1177) aus dem Geschlecht der Babenberger. Die restlichen Pr\u00e4\u00adgungen spiegeln zentrale Geschehnisse wider. Im Rahmen fortw\u00e4h\u00adrend reich\u00adhaltiger Son\u00adderpr\u00e4\u00adgungen waren zuvor u.a. 1965 Herzog Rudolf IV. (1358-1365), 1967 und 1980 Kaiserin Maria The\u00adresia, 1969 Kaiser Maximilian I. und 1978 K\u00f6nig Rudolf I. Gedenkm\u00fcn\u00adzen in Silber gewidmet wor\u00adden<a href=\"#sdfootnote4sym\"><sup>4<\/sup><\/a>. Die Eltern Karls V., K\u00f6nig Philipp den Sch\u00f6nen von Kastilien, Herzog von Burgund (1478-1506), und K\u00f6nigin Juana von Kasti\u00adlien-Arag\u00f3n (1479-1555), enth\u00e4lt der Avers der Ge\u00addenkm\u00fcnze Ma\u00adximilians I. von 1992 zu\u00adsammen mit dem bekannten Wahlspruch &#8218;TU FELIX AUSTRIA NUBE&#8216;.<\/p>\n<p>In \u00d6sterreich erstmals, in Deutschland bisher gar nicht, waren zuvor schon in anderen Staaten auf M\u00fcnz- und Papiergeld Bildnisse Karls V. eingebracht worden, beispielsweise in Belgien im Rahmen von ECU-Pr\u00e4\u00adgun\u00adgen<a href=\"#sdfootnote5sym\"><sup>5<\/sup><\/a>, vor allem aber in Spanien. Dort hatte 1925 eine Banknote zu 1.000 Peseten ein Portr\u00e4t des Kaisers enthal\u00adten, 1940 zeigte ihn eine weitere<a href=\"#sdfootnote6sym\"><sup>6<\/sup><\/a>. 1989 wurden Tizians\u00a0 Bildnis des Kaisers zu Pferd in der Schlacht bei M\u00fchl\u00adberg, seine Devise &#8218;PLUS ULTRA&#8216; und sein Emblem, die S\u00e4ulen des Herkules, als M\u00fcnzbil\u00adder f\u00fcr ECU-Pr\u00e4\u00adgun\u00adgen ver\u00adwandt<a href=\"#sdfootnote7sym\"><sup>7<\/sup><\/a>. 1990 enthielt der h\u00f6chste Wert der ersten Ausgabe<a href=\"#sdfootnote8sym\"><sup>8<\/sup><\/a> zur Erinnerung des 500. Jahres\u00adtages der Entdeckung Amerikas sein Bildnis &#8211; eine Goldm\u00fcnze im Wert von 80.000 Peseten. Da\u00df S\u00e4ulenemblem und Wahlspruch erstmals w\u00e4hrend Karls Herrschaftszeit auf hispano-ame\u00adrikanischen Pr\u00e4gun\u00adgen erschienen, sp\u00e4ter auf spanische M\u00fcnzen \u00fcbernommen wurden und noch im heutigen Staatswappen Spaniens und damit auf Kursm\u00fcnzen gegenw\u00e4rtig sind<a href=\"#sdfootnote9sym\"><sup>9<\/sup><\/a>, sei am Rande erw\u00e4hnt.\u00a0 Kehren wir zum Revers der Ausgabe vom 21. Oktober 1992 zur\u00fcck<a href=\"#sdfootnote10sym\"><sup>10<\/sup><\/a>. Nach einer Bildbe\u00adschrei\u00adbung stellt sich als erste die Frage nach der Vorlage, als zweite diejenige, welches Pro\u00addukti\u00adonsinteresse verband sich mit der Bildnis-Findung f\u00fcr die Vorlage, entsprach ihrer Inten\u00adtion die Funktion des Bildnisses und wie wurde es von den Zeitgenossen rezipiert? Als dritte und letzte Frage wird sich dem Problem gewidmet werden, welche Aussagen soll das Bild des Kai\u00adsers auf der Gedenk\u00adpr\u00e4\u00adgung vermitteln, deren M\u00fcnzbild unter mehreren Entw\u00fcrfen ausge\u00adw\u00e4hlt wurde? Best\u00e4\u00adtigt des\u00adsen Analyse meine Annahme, da\u00df die M\u00fcnze \u00d6sterreich dem Kaiser ein Image<a href=\"#sdfootnote11sym\"><sup>11<\/sup><\/a> zu\u00adschreibt, das sich als gegenwartsbezogen erweist? L\u00e4\u00dft sich vielleicht ein Wan\u00addel zwischen der Intention der Bildfindung und der Funktion des gefundenen Bildes bei dessen Verwendung ermitteln? Begrifflich spreche ich nachfolgend von Bildnis, wenn es sich um ein Portr\u00e4t, von Bild, wenn es sich um ein Vorstellungs- oder Geschichtsbild handelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Bildbeschreibung und Vorlagenfindung<\/h3>\n<p>Der Kaiser als Dreiviertelfigur, leicht nach rechts gewendet, ist gekleidet in einen ritterlichen Turnierharnisch, gekennzeichnet durch Achseln mit zwei Schwebescheiben und emporge\u00adklapptem R\u00fcsthaken. Er tr\u00e4gt die Kette des Ordens vom Goldenen Vlies. Das b\u00e4rtige Gesicht vermittelt den Eindruck eines gealterten Mannes. Seine linke Hand umfa\u00dft den Griff eines linksseitig geg\u00fcrteten Schwertes. In der Hand des abw\u00e4rts ausgestreckten rechten Armes h\u00e4lt Karl eine empor\u00adgerichtete, leicht aufgebl\u00e4tterte Rolle. In H\u00f6he seiner rechten Schulter be\u00adfindet sich als Wappen ein Doppelad\u00adler mit angedeutetem Habsburger Bindenschild als Herzschild, die Adler\u00adk\u00f6pfe von Nimben umfa\u00dft. Das Wap\u00adpen wird umrahmt von der Halskette des Ordens vom Goldenen Vlies mit ihrem Anh\u00e4nger, einem Widder\u00adfell<a href=\"#sdfootnote12sym\"><sup>12<\/sup><\/a>, und gekr\u00f6nt von der Kaiser\u00adkrone &#8211; ein Wappen, wie es Albrecht D\u00fcrers Bildnis Kaiser Maximilians I. von 1519 zeigt<a href=\"#sdfootnote13sym\"><sup>13<\/sup><\/a>. In H\u00f6he der linken Schulter befindet sich das Wappen des spanischen Zweiges der Habsburger, aller\u00addings in relativ freier Gestaltung der Details und seiten\u00adverkehrt wie\u00addergegeben<a href=\"#sdfootnote14sym\"><sup>14<\/sup><\/a>. Auch es ist umrahmt von der Halskette, und \u00fcber ihm schwebt eine Krone. Verbunden werden beide Kro\u00adnen durch die kaiserliche Devise PLUS ULTRA. Au\u00dferdem enth\u00e4lt das M\u00fcnzbild die Auf\u00adschrift KAISER KARL V.<\/p>\n<p>Die Vorlage<a href=\"#sdfootnote15sym\"><sup>15<\/sup><\/a> f\u00fcr die M\u00fcnze findet sich lt. Mitteilung ihres Graveurs in dem Taschenbuch von Herbert Nette \u00fcber Karl V., dem Band 280 in der Reihe &#8218;rowohlts monographien&#8216;<a href=\"#sdfootnote16sym\"><sup>16<\/sup><\/a>. Er\u00adg\u00e4nzend teilte er lapidar mit: &#8222;Leider stehen keine genaueren Angaben \u00fcber den Kupferstich dabei. Im Quellennach\u00adweis der Abbildungen steht, da\u00df das Bild aus dem Bilderarchiv Preu\u00dfi\u00adscher Kulturbesitz, Berlin stammt.\u201c<\/p>\n<p>Damit ist die zweite Frage, die nach der Vorlage dieser Vorlage aufgeworfen. Sie zu beant\u00adworten hei\u00dft, von dem Sachverhalt aus\u00adzugehen, da\u00df es bisher keine \u00fcbergreifende Untersu\u00adchung gibt, die sich &#8211; wie beispielswei\u00adse Wolfgang Hilger f\u00fcr Ferdinand I.<a href=\"#sdfootnote17sym\"><sup>17<\/sup><\/a> &#8211; mit der Ikono\u00adgraphie Karls V. besch\u00e4ftigt hat. Nur Vorarbeiten liegen vor, wie etwa die von Enrique Pacheco y de Leyva<a href=\"#sdfootnote18sym\"><sup>18<\/sup><\/a>, von Karl Brandi<a href=\"#sdfootnote19sym\"><sup>19<\/sup><\/a> oder von Elena P\u00e1ez<a href=\"#sdfootnote20sym\"><sup>20<\/sup><\/a>. In \u00e4hnli\u00adcher Weise wie bei Nette ist auch bei der Reproduktion des Stiches im Band 18 der Historia de Espana verfah\u00adren worden &#8211; schlichter Verweis auf die Sammlung in der Nationalbibliothek zu Madrid<a href=\"#sdfootnote21sym\"><sup>21<\/sup><\/a>. Der Stich fin\u00addet sich je\u00addoch nicht in den Kata\u00adlogen der beiden gro\u00dfen spanischen Ausstellungen zu Toledo<a href=\"#sdfootnote22sym\"><sup>22<\/sup><\/a> und Barce\u00adlona<a href=\"#sdfootnote23sym\"><sup>23<\/sup><\/a> von 1958 anl\u00e4\u00dflich des 400. Todestages Karls V., auch nicht im Genter Kata\u00adlog<a href=\"#sdfootnote24sym\"><sup>24<\/sup><\/a> zur Ausstellung von 1955, war jedoch in der Wiener Sonderausstel\u00adlung von 1958 zu sehen<a href=\"#sdfootnote25sym\"><sup>25<\/sup><\/a>. Ermittelt werden konnte die Vorlage \u00fcber die Materialsamm\u00adlung zur Politi\u00adschen Ikonogra\u00adphie im Kunstgeschichtlichen Seminar an der Universit\u00e4t Ham\u00adburg. Es handelt sich um einen Kup\u00adferstich von Lucas Vorsterman (1595-1675), um 1617\/1618 gesto\u00adchen<a href=\"#sdfootnote26sym\"><sup>26<\/sup><\/a>. Dem Stich ent\u00adnommen ist nur die Dreiviertelfi\u00adgur; an die Stelle des erho\u00adbenen Schwertes ist als Ab\u00e4nderung die Rolle &#8211; gem\u00e4\u00df M\u00fcnz\u00adbildsch\u00f6pfer eine Landkarte &#8211; eingebracht, w\u00e4h\u00adrend das bei Vorsterman gezo\u00adgene Schwert linksseitig geg\u00fcrtet h\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Der Kupferstich von Vorsterman beruht nach Justus M\u00fcller Hofstede auf einer Stechervorlage von Peter Paul Rubens (1577-1640)<a href=\"#sdfootnote27sym\"><sup>27<\/sup><\/a>. Deren Entstehungsgeschichte analysierte M\u00fcller Hof\u00adstede in seiner Studie &#8218;Rubens und Tizian: Das Bild Karls V.&#8216;<a href=\"#sdfootnote28sym\"><sup>28<\/sup><\/a> unter der Fragestellung, &#8222;wel\u00adche Gegenst\u00e4nde Rubens nach Tizian malte&#8220;, und zwar begrenzt auf &#8222;das Feld des Histori\u00adschen Portr\u00e4ts&#8220;<a href=\"#sdfootnote29sym\"><sup>29<\/sup><\/a>. Im Rahmen der Kopien durch Rubens gewann das Bildnis Karls V. eine be\u00adsondere Bedeutung. Hier mu\u00df ich mich auf zwei Portr\u00e4ts beschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend seines ersten Aufenthaltes von 1603 bis 1604 in Madrid kopierte Rubens 1603 das Gem\u00e4lde &#8218;Portr\u00e4t Karls V. mit erhobenem Schwert&#8216;, das Tizian (Tiziano Vecellio, um 1487\/90-1576) als Dreiviertelfigur 1530 wahrscheinlich in den Wochen vor der Kaiserkr\u00f6nung zu Bolo\u00adgna gemalt hatte und das sich damals im Schlo\u00df El Pardo befand, nach 1636 aber verloren ging. Mit diesem wahrscheinlich auftragsfreien Bildnis hatte sich Tizian dem Kaiser empfehlen wollen. Rubens Kopie<a href=\"#sdfootnote30sym\"><sup>30<\/sup><\/a> zeigt einen b\u00e4rtigen Mann mit jugendlichen Gesichtsz\u00fcgen, der jenen Turnierharnisch tr\u00e4gt, der ihn auch auf dem Kupferstich Vorstermans kleidet und der in leicht ab\u00adge\u00e4nderter Form auf der M\u00fcnze zu erkennen ist. Rubens kopierte au\u00dferdem das ebenfalls verloren gegangene Ge\u00adm\u00e4lde &#8218;Bildnis Karls V. mit dem Kommandostab&#8216;<a href=\"#sdfootnote31sym\"><sup>31<\/sup><\/a>, das Tizian 1548 in Augsburg gemalt hatte<a href=\"#sdfootnote32sym\"><sup>32<\/sup><\/a> &#8211; ein gleich\u00adfalls dreiviertelfi\u00adguriges Kaiserportr\u00e4t. Der Harnisch gleicht hier jenem, den Karl V. auf dem gleichzeiti\u00adgen Rei\u00adterbildnis<a href=\"#sdfootnote33sym\"><sup>33<\/sup><\/a> tr\u00e4gt, und in diesen bei\u00adden Darstellungen ragt aus ihm ein Hemdkragen hervor. Das b\u00e4rtige Ge\u00adsicht mit Stirn\u00adfalten tr\u00e4gt die Z\u00fcge eines gereiften, nachdenk\u00adlich wirkenden Mannes. Diesen Kopf mit Hemd\u00adkragen \u00fcber\u00adnahm Rubens, als er um 1617\/18 als Stichvorzeich\u00adnung f\u00fcr Vorsterman auf seine Kopie des &#8218;Portr\u00e4ts Karls V. mit erhobenem Schwert&#8216; zur\u00fcckgriff<a href=\"#sdfootnote34sym\"><sup>34<\/sup><\/a>; er ersetzte al\u00adso gewisserma\u00dfen einen ju\u00adgendlichen Ausdruck durch den eines gereiften Mannes.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Fragen an die Vorlagen<\/h3>\n<p>Die Ermittlung der Bildnisvorlage und ihre erste Einordnung in historische Zusammenh\u00e4nge erscheinen aus\u00adrei\u00adchend, um nunmehr zweitens nach Intention und Produktionsinteresse von Rubens und Vorsterman ebenso zu fragen wie danach, welche zeitgen\u00f6ssische Rezeption die Bildnisse erfuhren. Die Aufgabe wird auf zwei Ebenen angegangen,<\/p>\n<ol>\n<li>a) unter der Problematik, welches Bild des Kaisers vermitteln generell Rubens&#8216; Bildnisse, wel\u00adchem Zweck soll\u00adten sie dienen und welche &#8222;Vorstellungen, Emotionen und Wertungen&#8220;<a href=\"#sdfootnote35sym\"><sup>35<\/sup><\/a> ver\u00adband der Maler mit seinen Kopien, besonders aber mit seiner Stichvorlage?<\/li>\n<li>b) mit der Frage, entsprach das von Rubens vermittelte Bild Karls V. der Vorstellung, die Ti\u00adzian mit sei\u00adnen Portr\u00e4ts verbunden hatte, hatten sie die zeitgen\u00f6ssische Auffassung vom Kaiser reflektiert und gegebenenfalls wel\u00adche?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Zu a) Rubens wurde w\u00e4hrend seines ersten Aufenthalts am spanischen Hof erstmalig intensiv mit der Pers\u00f6n\u00adlichkeit Kaiser Karls V. konfrontiert. W\u00e4hrend zu Beginn des 17. Jahrhunderts im Zeichen des Konfessiona\u00adlismus in L\u00e4ndern mit protestantischer Bev\u00f6lkerung das Interesse an jenem Kaiser weitgehend geschwunden war und im Umfeld der \u00f6sterreichischen Habsburger sein Andenken zwar &#8222;offiziell respektvoll&#8220; bewahrt wurde, aber dieser Erinnerung stark be\u00addr\u00fcckende Z\u00fcge innewohnten, hatte in Spanien bereits Philipp II. begonnen, &#8222;aus seinem Vater einen Mythos, ja einen Heiligen zu machen&#8220;<a href=\"#sdfootnote36sym\"><sup>36<\/sup><\/a>. Diese Deutung fand in der Biographie Karls V. von Prudencio de Sandoval ihren historiographischen Niederschlag &#8211; eine Interpretation, die \u00fcber Jahr\u00adhun\u00adderte die verkl\u00e4rte Vorstellung vom Ehrerbietung erheischenden Kaiser gepr\u00e4gt hat<a href=\"#sdfootnote37sym\"><sup>37<\/sup><\/a>. Sie erschien w\u00e4hrend der Zeit, da Rubens in Madrid weilte, wird ihm bekannt geworden sein und zusammen mit Tizians Bildnissen seine zu\u00adk\u00fcnftige Anschauung grunds\u00e4tzlich geformt haben. Zuvor d\u00fcrften seine Kenntnisse von einer in den ehe\u00admali\u00adgen burgundischen Niederlan\u00adden popul\u00e4ren, in gewisser Weise freundlichen Erinnerung an das Lan\u00addes\u00adkind Karl bestimmt gewesen sein &#8211; freundlich im Vergleich zum negativen Bild seines Sohnes und Nachfol\u00adgers Phil\u00adipp II.<\/p>\n<p>Die Thesen von M\u00fcller Hofstede, da\u00df Rubens in Madrid &#8222;zum erstenmal die \u00fcberragende ge\u00adschichtlich-po\u00adliti\u00adsche Potenz der Habsburger&#8220; erlebte, er in Karl V. &#8222;die Gr\u00fcndergestalt dieser dynastischen und imperialen Macht erblickt&#8220;<a href=\"#sdfootnote38sym\"><sup>38<\/sup><\/a> hat und ihn seither &#8222;vor allem im Glanze eines apotheotischen Ruhmes sah&#8220;<a href=\"#sdfootnote39sym\"><sup>39<\/sup><\/a>, d\u00fcrften zu\u00adtreffen. Diesen Karl V. holte Rubens in seinen Ma\u00addrider Kopien von vier Kaiserbildnissen Tizians in seine nie\u00adderl\u00e4ndisch-fl\u00e4mische Heimat &#8218;heim&#8216;<a href=\"#sdfootnote40sym\"><sup>40<\/sup><\/a>. Hier konnten sie zu seiner Zeit jedoch nur bedingt rezipiert werden, denn sie hingen mit zahlreichen weiteren Bildnissen von Familienangeh\u00f6rigen und Zeitgenossen jenes Kaisers noch 1640 in Rubens&#8216; Haus<a href=\"#sdfootnote41sym\"><sup>41<\/sup><\/a> &#8211; ausgenommen der Stich von Vorsterman. In dessen Vorlage ersetzte Rubens in seiner Kopie von Tizians Bildnis des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen &#8211; portr\u00e4tiert im Ver\u00adst\u00e4ndnis eines W\u00fcrde, Stolz und auch Liebensw\u00fcrdigkeit aus\u00adstrahlen\u00adden burgun\u00addischen Rit\u00adters, dessen blanke Waffe<a href=\"#sdfootnote42sym\"><sup>42<\/sup><\/a> jene Turnierbereitschaft ver\u00adk\u00fcndet, der Karl so gerne ge\u00adhuldigt hat und in deren Kontext er sich 1528 und noch einmal 1536 zum Zwei\u00adkampf mit dem fran\u00adz\u00f6si\u00adschen K\u00f6nig Franz I. bereit erkl\u00e4rte<a href=\"#sdfootnote43sym\"><sup>43<\/sup><\/a> &#8211; den jugendlich wirkenden Kopf durch das gereift-nach\u00addenkliche Haupt seiner Kopie des Augs\u00adburger Bildnisses Tizians von 1548. Hatte gem\u00e4\u00df M\u00fcl\u00adler Hofstede Rubens &#8222;bei seinen Kopien von 1603 &#8230; nicht allein zwei verschiedene Lebensstu\u00adfen, sondern auch zwei polare Aspekte von Karls Wesen vor Augen gestanden&#8220;, hatte &#8222;das Portr\u00e4t von 1530 &#8230; Bereitschaft zu Entscheidun\u00adgen und ausge\u00adpr\u00e4gter Wil\u00adlenskraft&#8220; vermittelt, dagegen das &#8222;Bildnis von 1548 &#8230; das oft zaudernde Nachsinnen und die scheue Ver\u00adschlossen\u00adheit &#8230; ahnen lassen&#8220;<a href=\"#sdfootnote44sym\"><sup>44<\/sup><\/a>, beschwor Rubens in seiner Stichvorlage jenen Herzog von Bur\u00adgund, der w\u00e4h\u00adrend seiner Herr\u00adschaftszeit die burgundischen Niederlande abgerundet und ihnen mit dem Bur\u00adgundischen Ver\u00adtrag von 1548 und der Pragmatischen Sanktion von 1549 ihre institu\u00adtionelle Ein\u00adheit gesi\u00adchert zu haben schien. Die Erinne\u00adrung an die Vergangenheit im Zeichen burgundischer Gemeinsamkeit der s\u00fcdli\u00adchen und n\u00f6rdlichen Niederlande war in Antwerpen lebendig geblieben<a href=\"#sdfootnote45sym\"><sup>45<\/sup><\/a>, sie pr\u00e4gte Rubens&#8216; burgundi\u00adsches Geschichtsbild und schlug sich in sei\u00adnem Werk mannigfaltig nieder<a href=\"#sdfootnote46sym\"><sup>46<\/sup><\/a>. Es war eine Konzeption von Ver\u00adgangenheit, die Rubens seinen Zeitgenossen durch ein Bildnis zu vermitteln suchte: Die Stichvorlage bot mit dem Portr\u00e4t Karls V. das Bild eines verantwortungsbewu\u00dften Herzogs von Burgund und reflek\u00adtierte in leicht apotheotischer Sicht sein Wirken f\u00fcr die burgundischen Niederlande. Beschwo\u00adren wurde der Inbegriff eines Landesherrn, der &#8211; die B\u00fcrde seines Amtes offensichtlich re\u00adflektierend &#8211; seine Aufgabe in ritterlicher Gesin\u00adnung und Haltung wahr\u00adgenommen hatte. An ihn zu erinnern konnte in der Zeit des spanisch-niederl\u00e4n\u00addischen Waffenstillstan\u00addes<a href=\"#sdfootnote47sym\"><sup>47<\/sup><\/a> von 1609 bis 1621 der Idee eines dauerhaften Ausgleichs und wieder friedlichen Neben\u00adeinanders der entzwei\u00adten Teile der ehemaligen Gesamtheit dienlich sein. Ob und wie die Zeitgenossen das Bildnis von 1618 rezipier\u00adten, bleibt eine offene Frage. Sie zu beantworten, w\u00fcrde eine eigene Untersuchung er\u00adfordern. Einstweilen l\u00e4\u00dft sich nur feststellen, da\u00df der Stich mehrfach \u00fcberlie\u00adfert ist.<\/p>\n<p>Zu b) Sp\u00e4testens seit der Studie von Franz Bosbach<a href=\"#sdfootnote48sym\"><sup>48<\/sup><\/a> \u00fcber die Monarchia Universalis wissen wir konkret, wie intensiv in der ersten H\u00e4lfte des 16. Jahrhunderts das F\u00fcr und Wider einer Umsetzung des Kaisertums Karls V. in ein universales Herrschertum er\u00f6rtert worden ist<a href=\"#sdfootnote49sym\"><sup>49<\/sup><\/a> &#8211; Universalmonarchie begriffen als &#8222;theoretische Kon\u00adzeption von Herrschaft, die in \u00dcberordnung \u00fcber alle Herrscher allgemein interessierende und \u00fcber den einzel\u00adnen Herrschaftsbereich hin\u00adausreichende Aufgaben erf\u00fcllte&#8220;<a href=\"#sdfootnote50sym\"><sup>50<\/sup><\/a>. In erster Linie belegt der literarische Nieder\u00adschlag, wie variantenreich und schillernd die Vorstellungen von der Idee einer Weltherrschaft waren \u2013 ein Nie\u00adder\u00adschlag, der sich vornehmlich in den Verlautbarungen der Tagespolitik, also in der Pro\u00adpaganda, in den politischen \u00dcber\u00adlegungen innerhalb der engeren F\u00fchrungsgruppen, vor allen in Denkschriften, und in den Traktaten der Legi\u00adsten und Kanonisten findet. Unterschiedliche Auffassungen stie\u00dfen nicht nur in einer begrenzten humanistisch-lite\u00adrarischen \u00d6ffentlichkeit aufeinander, sondern auch am Kaiserhof. Propagandistisch wurde die Idee der Univer\u00adsalmon\u00adarchie vorwiegend bis um 1530 vertreten, d. h. zu Lebzeiten des Gro\u00dfkanzlers Gattinara. Um 1549 fei\u00aderten dann Panegyriker den Kaiser und seinen Sohn Philipp als Universalherrscher<a href=\"#sdfootnote51sym\"><sup>51<\/sup><\/a>. Der Kaiser hat sich mit keiner der beiden Vorstellungen uneingeschr\u00e4nkt identifiziert, ver\u00adsuchte aber ebenso wenig ihre Verbrei\u00adtung zu verhindern wie die jener &#8218;Bilder&#8216;, die &#8211; literarisch oder durch gestaltende K\u00fcnstler geschaffen &#8211; ihn als Kriegs\u00adheld lobten, der als neuer Herkules die Werke seines &#8218;Ahn\u00adherrn&#8216; in den Schatten stellte<a href=\"#sdfootnote52sym\"><sup>52<\/sup><\/a>, als Friedens\u00adf\u00fcrst priesen<a href=\"#sdfootnote53sym\"><sup>53<\/sup><\/a> oder in reli\u00adgi\u00f6sen Kategorien ver\u00adherrlichten<a href=\"#sdfootnote54sym\"><sup>54<\/sup><\/a>. Beispielhaft f\u00fcr die Verbildlichungen als &#8218;Kriegsheld&#8216; bzw. &#8218;Friedensf\u00fcrst&#8216; ver\u00adweise ich auf die Halbreliefs an den Hauptportalpostamenten des kaiserli\u00adchen Palastes in der Alham\u00adbra zu Granada. Die beiden Friedensallegorien sind f\u00fcr mich ein Doku\u00adment menschli\u00adchen Hof\u00adfens und Irrens in zeit\u00fcberdauerndem Marmor<a href=\"#sdfootnote55sym\"><sup>55<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Die k\u00fcnstlerisch-literarische Diskussion hat vor allem Fernando Checa Cremades untersucht &#8211; aufgezeigt, da\u00df schon um 1530 jene Serie von Verbildlichungen einsetzte, mit denen Karl V. verherrlicht zu werden be\u00adgann, allegorisch dargestellt oder mystifiziert, als geheiligte Person gedeutet und insgesamt als Inbegriff des Kaiser\u00adtums vorge\u00adstellt<a href=\"#sdfootnote56sym\"><sup>56<\/sup><\/a> &#8211; eingeordnet in jene sinn\u00adbildlichen Bez\u00fcge, wie sie die Literatur bereits anbot. Jetzt wurde er als Kaiser glorifiziert &#8211; erinnert sei nur an die &#8218;Allegorie auf Karl V. als Weltherrscher&#8216; von Parmigianino<a href=\"#sdfootnote57sym\"><sup>57<\/sup><\/a> &#8211; und sp\u00e4\u00adtestens seit dem Tunisunternehmen von 1535 zum Kriegshelden stilisiert &#8211; eine Zuschreibung, die sich mit seinem Wunsch nach k\u00e4mpferischer Bew\u00e4h\u00adrung und kriegerischem Ruhm deckte. In Tizians Augsburger Bild\u00adnis &#8218;mit dem Komman\u00addostab&#8216; von 1548 konnte Karl V. sich unein\u00adgeschr\u00e4nkt erkennen. Sich mit dem &#8218;burgundischen Ritter&#8216; von 1530 zu identifizieren, war dem zu Bologna vom Papst gekr\u00f6nten Kaiser gem\u00e4\u00df sei\u00adnem Selbstverst\u00e4ndnis, weltliches Ober\u00adhaupt der Christenheit zu sein, nicht mehr m\u00f6glich<a href=\"#sdfootnote58sym\"><sup>58<\/sup><\/a>. Seine physische Darstellung repr\u00e4sen\u00adtierte nicht das Kaisertum<a href=\"#sdfootnote59sym\"><sup>59<\/sup><\/a>. Wahrscheinlich aus diesem Grund fand Tizi\u00adans erstes Bild\u00adnis Karls keine wohlwollende Auf\u00adnah\u00adme<a href=\"#sdfootnote60sym\"><sup>60<\/sup><\/a>. Seiner burgundischen Sozialisation blieb Karl zwar bis zu seinem Tode verbunden, das Zentrum sei\u00adner Herrschaftsverst\u00e4ndnisses bil\u00addete aber nicht mehr die her\u00adzoglich-burgun\u00addische Tradition. Nicht das gezogene Schwert, sondern der Kom\u00admandostab, auch als Szepter zu begreifen, wurde als Zeichen kaiserlicher W\u00fcrde ge\u00adsehen. So reflektierte Tizi\u00adans Bildnis von 1530 nicht die Kon\u00adzep\u00adtion des Kai\u00adsertums, die Karl und seine Umgebung be\u00adreits vertraten &#8211; die Vorstellung von der geheilig\u00adten kai\u00adserli\u00adchen Majest\u00e4t. Tizian war in seinem Versuch, sich dem Kaiser zu empfehlen, dem Adressaten nicht gerecht geworden &#8211; wahrscheinlich infolge mangeln\u00adder Kenntnis \u00fcber die kaiserliche Herrschaftsauffassung Karls und dessen Wertehorizont.<\/p>\n<p>Das Bildnis von 1530 verschwand wohl sang- und klanglos in der kaiserlichen Bildersammlung &#8211; eine These, die nicht ausschlie\u00dft, da\u00df beispielsweise Agnolo Bronzino (1503-1572) aus per\u00ads\u00f6nlicher Kenntnis die Bildfin\u00addung Tizians f\u00fcr seine Portr\u00e4ts italienischer F\u00fcrsten rezipierte<a href=\"#sdfootnote61sym\"><sup>61<\/sup><\/a>. Generell aber konnten Zeitgenossen Tizians Kaiserbildnis wahrscheinlich erst \u00fcber den etwa zehn Jahre sp\u00e4ter von seinem Mitarbei\u00adter Gio\u00advanni Britto ge\u00adfertigten Holzschnitt<a href=\"#sdfootnote62sym\"><sup>62<\/sup><\/a> rezipieren. Sp\u00e4ter soll das Bildnis des &#8222;\u00f6fteren kopiert und variiert&#8220; worden sein<a href=\"#sdfootnote63sym\"><sup>63<\/sup><\/a>. Im Gegensatz zu die\u00adsem Portr\u00e4t ist das Augsburger Bildnis &#8218;Karl V. mit dem Kommandostab&#8216; in zahl\u00adreichen Kopi\u00aden w\u00e4hrend der zweiten Jahrhunderth\u00e4lfte und dar\u00fcber hinaus verbreitet worden und hat &#8222;in ent\u00adscheidendem Ma\u00dfe die Vorstellung von der Erscheinung Karls V.&#8220; mitge\u00adpr\u00e4gt<a href=\"#sdfootnote64sym\"><sup>64<\/sup><\/a>. Es entstand in jenem Jahr\u00adzehnt, in dem In\u00adtention, Funktion und Rezeption von Bildnissen Karls V. dem Konzept seiner Dar\u00adstellung als &#8218;Kaiserliche Ma\u00adjest\u00e4t&#8216; folgten, so auch als Kaiser, der sich als siegreicher Heerf\u00fchrer ausgezeichnet hatte &#8211; zuletzt 1546\/47 im Schmalkaldischen Krieg<a href=\"#sdfootnote65sym\"><sup>65<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Zur Gedenkpr\u00e4gung von 1992<\/h3>\n<p>Wenden wir uns drittens der Frage zu, welche Aussage soll die \u00f6sterreichische Gedenk\u00adm\u00fcnze Karls V. vermit\u00adteln und best\u00e4tigt sich der Image-Verdacht?<\/p>\n<p>Die Analyse der vorgetragenen Fakten zur Entstehung der Gedenkm\u00fcnze mit dem Bildnis Karls V. und dessen offizi\u00f6se Deutung durch die M\u00fcnze \u00d6sterreich lassen interpretativ fol\u00adgende Schl\u00fcsse zu:<\/p>\n<ol>\n<li>M\u00fcnzbildsch\u00f6pfer und Verantwortungstr\u00e4ger der M\u00fcnze \u00d6sterreich kannten weder die ein\u00adschl\u00e4gige Litera\u00adtur zur Ikonographie des Kaisers noch zogen sie die Wiener Sammlungen heran.<\/li>\n<li>F\u00fcr die Aufnahme Karls V. in die Millenium-Serie sprach gem\u00e4\u00df der Sicht \u00f6sterreichischer Geschichte durch die M\u00fcnze \u00d6stereich<a href=\"#sdfootnote66sym\"><sup>66<\/sup><\/a>, da\u00df das Haus Habsburg unter seiner Herrschaft einen der H\u00f6hepunkte sei\u00adner europ\u00e4ischen Machtstellung erlebte. Insofern entspricht die ge\u00adgenw\u00e4rtige geschichtsbezogene Funktion des M\u00fcnzbildes der Intention bei der Bildfindung, ein Wandel l\u00e4\u00dft sich nicht analysie\u00adren..<\/li>\n<li>Der Bildsch\u00f6pfer und Graveur w\u00e4hlte den Stich aus einer &#8211; im guten Sinne &#8211; popul\u00e4rwissen\u00adschaftlichen Mo\u00adnographie. Indem er von der nicht weiter verorteten Abbildung in einem Ta\u00adschenbuch ausging, blieben ihm die Entstehungsgeschichte des Stichs von Vorsterman ebenso unbekannt wie die Zusammenh\u00e4nge zwischen Ru\u00adbens apotheotischer Sicht des Kaisers und seinem Produktionsinteresse, versuchte er auch nicht, das Bild vom Kaiser zu dessen Lebzeiten oder zu Beginn des 17. Jahrhunderts zu reflektieren. Der Sch\u00f6pfer nahm diesen Stich zur Vor\u00adlage, weil ihm offenbar ein Vorstellungsbild eignet, das durch leichte Ver\u00e4nderun\u00adgen zum Aus\u00addruck jenes Image Karls V. ab\u00adgewandelt werden konnte, das Bildsch\u00f6pfer und M\u00fcnze \u00d6ster\u00adreich vom Kaiser im politisch-ideologischen Kontext der 1000-Jahrfeier zu vermitteln anstre\u00adben.<\/li>\n<li>Ohne politisch-ideologische Interpretation erblickt der gegenw\u00e4rtige Bildbetrachter in dem M\u00fcnzbild einen rit\u00adterlichen, kampfbereiten, jedoch nicht kriegerisch, sondern nachdenklich er\u00adscheinenden \u00e4lteren Mann, der W\u00fcrde und Verantwortungsbewu\u00dftsein ausstrahlt.<\/li>\n<li>F\u00fcr das M\u00fcnzmotiv wurde Karl V. anstelle des gezogenen Schwertes eine Landkarte in die rechte Hand ge\u00adgeben, ihm das Schwert jedoch nicht entzogen, sondern er damit verf\u00fcgungsbe\u00adreit umg\u00fcrtet. Mit diesen Ver\u00e4n\u00adderungen schuf der Gra\u00adveur sogenannte &#8222;Fakten&#8220;<a href=\"#sdfootnote67sym\"><sup>67<\/sup><\/a>, die zur Entscheidung der M\u00fcnze \u00d6sterreich f\u00fcr seinen Entwurf f\u00fchrten. Die Fakten sind:<\/li>\n<\/ol>\n<p>&#8222;a) Die Landkarte in der Hand Kaiser Karls V. ist ein Symbol f\u00fcr sein Weltreich, &#8218;in dem die Sonne nicht un\u00adterging&#8216;.<\/p>\n<ol>\n<li>b) Die Prunkr\u00fcstung steht f\u00fcr die kaiserliche Macht und Staatsgewalt, aber ist auch Zeichen f\u00fcr zahlreiche Fehden, die Karl V. zur Verteidigung der europ\u00e4ischen Einheit und des christli\u00adchen Abendlandes austragen mu\u00dfte.<\/li>\n<li>c) Sein Leitspruch &#8218;Plus ultra&#8216; steht f\u00fcr den maximalen Leistungsanspruch Karls V. an sich und seine Umwelt&#8230;<\/li>\n<li>e) Die Avers-Seite symbolisiert die Teilung des Reiches nach Karls Abdankung&#8230;\u201c<\/li>\n<\/ol>\n<p>Karl V. ist mit dieser M\u00fcnzbilddeutung ein Image zugeschrieben, das f\u00fcr die M\u00fcnze \u00d6sterreich als Begr\u00fcndung und zugleich Rechtferti\u00adgung dient, den Kaiser unter ihrem M\u00fcnzmotto &#8222;Wir pr\u00e4gen \u00d6sterreich&#8220; zu den &#8222;Gr\u00f6\u00dfen der 1000 j\u00e4hrigen Ge\u00adschichte&#8220; \u00d6sterreichs zu z\u00e4hlen<a href=\"#sdfootnote68sym\"><sup>68<\/sup><\/a>. Er wird zu einem &#8218;Ahn\u00adherrn \u00d6sterreichs&#8216; stilisiert, w\u00e4hrend sich der ei\u00adgentliche Begr\u00fcnder des neuzeitlichen \u00d6ster\u00adreichs, Ferdinand I., die Avers-Seite mit seinem Vetter Philipp II. tei\u00adlen mu\u00df. Das ist Ausdruck einer poli\u00adtisch-ideologischen Sicht, denn historisch war der Kaiser eben so wenig &#8218;Ahnherr \u00d6sterreichs&#8216; wie er als &#8218;Ahnherr Europas&#8216; beansprucht werden kann<a href=\"#sdfootnote69sym\"><sup>69<\/sup><\/a>. Da\u00adgegen l\u00e4\u00dft sich aus historischer Sicht die Avers-Seite als Verbildlichung der Folgen jener Tei\u00adlung des habsburgischen Erbes ihres Gro\u00dfvaters Maxi\u00admilian zwischen den Br\u00fcdern Karl und Ferdinand interpretieren, die auf der Grundlage der Vertr\u00e4ge von Worms und Br\u00fcssel (1521\/22) Fer\u00addinand zum \u00f6sterreichischen Landesherrn und &#8211; wenn man ihn sucht \u2013 zu einem Ahnherrn der \u00f6sterreichischen Habsburger werden lie\u00df. Sp\u00e4testens seit der Kaiser um 1550\/51 mit seinem Plan, sein Weltreich durch Alternieren des Kaisertums mit wechselseitiger Vertre\u00adtung im K\u00f6nigtum zu erhalten und damit auch eine besondere Form der Einheit des Hauses Habsburg zu sichern, am Widerstand der selbstbewu\u00dften \u00f6sterreichischen Linie gescheitert war, war die Teilung der beiden Linien ein unumkehrbarer historischer Sachverhalt. Durch seine Abdankung teilte der Kaiser nicht das R\u00f6misch-Deutsche Reich und erst recht nicht das Gesamthaus Habsburg in nunmehr zwei H\u00e4user, sondern ging nur die Kaiserw\u00fcrde auf den reichs\u00adrechtlich vorgesehenen Nachfol\u00adger Ferdinand \u00fcber, im Reich verfassungsrechtlich \u201adeut\u00adscher\u2018 K\u00f6nig seit 1531.<\/p>\n<p>Alle Ahnherrn-Thesen sind historisch falsch, so auch, wenn die europ\u00e4ische von Spanien \u00fcber jenen Karlspreis f\u00fcr Verdienste um Europa rezipiert worden ist, mit dem K\u00f6nig Juan Carlos I. als ersten Preistr\u00e4ger den ehemaligen Pr\u00e4sidenten der Europ\u00e4ischen Kommission Jacques De\u00adlors ausgezeichnet hat. Das Image eu\u00adrop\u00e4i\u00adscher Ahnherrschaft wird Karl V. ebenfalls im Bild der Ge\u00addenkpr\u00e4gung zugeschrieben &#8211; die &#8218;Verteidigung der europ\u00e4ischen Einheit&#8216;. Zus\u00e4tz\u00adlich klingt mit dem Begriff des &#8218;christlichen Abendlandes&#8216; jene mythisch-religi\u00f6s-politische Konzep\u00adtion an, die konservative politisch-ideologische Leitvorstellungen der re\u00adstaurativen Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg im Zeichen des Ost-West-Gegensatzes beinhaltet. Karl V. wird also insge\u00adsamt ein Image zugeschrieben, das sich weder mit dem Vorbild des M\u00fcnzbil\u00addes und dessen Vorbildern deckt noch heutigen geschichtswissenschaftlichen Er\u00adkenntnissen und Thesen zur Biographie des Kaisers entspricht, sondern sich als gegenwartsbezogenem In\u00adter\u00adesse ver\u00adpflichtet erweist.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Zusammenfassung<\/h2>\n<p>Abschlie\u00dfend l\u00e4\u00dft sich folgende Aussage formulieren:<\/p>\n<p>Tizian schuf 1530 ein Bildnis Karls V., das den Erwartungen des Kaisers von einem Portr\u00e4t nicht entsprach und einer historisch relevanten Rezeption zu Lebzeiten des Dargestellten ent\u00adzogen wurde. Seine Kopie im Holzschnitt von Britto f\u00fchrte zu keinem nachweisbaren Diskurs. Ebenso finden sich keine Hinweise, da\u00df Tizi\u00adans Werk zu Lebzeiten Philipps II. in Madrid fol\u00adgewirksam rezipiert wurde. Den Weg zu Nachfolgebild\u00adnissen bahnte of\u00adfenkundig erst Rubens mit seiner Kopie, die ihren zentralen Wirkungsraum in der geistigen Ausein\u00adanderset\u00adzung des K\u00fcnstlers mit dem historischen Kaiser gem\u00e4\u00df der apotheotischen Deutung seiner Per\u00adson und ihres Wirkens durch Spanier fand. Seinem burgundischen Geschichtsverst\u00e4ndnis gem\u00e4\u00df strebte Ru\u00adbens an, das mit verkl\u00e4rend verherrlichenden Z\u00fcgen angereicherte Bild Karls V. f\u00fcr den po\u00adlitischen Alltag sei\u00adner Heimat fruchtbar werden zu lassen. Diesem Zweck diente die Vorlage f\u00fcr den Portr\u00e4tstich Vorstermans, in der er dem Kaiser in einer neuen Bildfindung &#8211; vornehm\u00adlich durch die Kombina\u00adtion seiner Kopien des Tizianbildnisses von 1530 mit Elementen aus seiner Kopie eines Tizianbildes von 1548 &#8211; als vorbildhaften Herzog der burgun\u00addischen Nie\u00adderlande deutete.<\/p>\n<p>Offenbar brachten Rubens&#8216; Zeitgenossen diesem Kaiserbild wenig Rezeptionsinteresse ent\u00adge\u00adgen. Wahrschein\u00adlich erst das Bestreben, bei biographischer Besch\u00e4ftigung mit Karl V. oder in Darstellungen seines Zeitalters das gedruckte Wort durch Illustrationen zu beleben, veranla\u00dfte Verlage mehr als ihre Autoren auf Bilder zu\u00adr\u00fcckzugreifen. Meist geschah es ohne vorausge\u00adgangene quellenkritische Pr\u00fcfung des jeweiligen Materials. So konnte der Kupferstich von 1617\/18 als zeitgen\u00f6ssisches Bildnis herangezogen werden &#8211; bei Nette dementspre\u00adchend ohne Le\u00adgende. Tizians Bildfindung des &#8218;burgundischen Ritters&#8216; wurde durch Rubens zu Be\u00adginn des 17. Jahrhunderts in seiner Stichvorlage f\u00fcr Vorsterman zum situationsbedingten Bildnis eines verantwor\u00adtungsbe\u00adwu\u00df\u00adten Herzogs von Burgund gewandelt. Es ging mittels neuer Ver\u00e4nderun\u00adgen in das Bild des Kaisers als gro\u00ad\u00dfem \u00d6sterreicher und Ahnherrn der heutigen Republik ein &#8211; ein zugeschriebenes Image, das eine Pers\u00f6nlich\u00adkeit nicht im Kontext einer vergangenen histori\u00adschen Wirklichkeit interpretiert, sondern gegenwartsbezogen deutet. \u00dcber die verantwortbare Zul\u00e4ssigkeit eines solchen Verfahrens ist hier nicht zu diskutieren<a href=\"#sdfootnote70sym\"><sup>70<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">[<a href=\"\/RAINERWOHLFEIL\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/svz79-RainerWohlfeil-KarlV-AhnherrOesterreichs.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Weiterlesen &gt;&gt; zum vollst\u00e4ndigen Text mit Fu\u00dfnoten im pdf-Format \/ neuer Tab &gt;&gt;<\/a>]<br \/>\n<a id=\"AD\" href=\"http:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/neuere-publikationen-von-rainer-wohlfeil\/RWTexte\/svz92.html\"><br \/>\n<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prof. em. Dr. Rainer Wohlfeil,<br \/>KAISER KARL V.  Vom \u201aburgundischen Ritter\u2018 zum \u201aAhnherrn \u00d6sterreichs\u2018<\/p>\n<p>Die M\u00fcnze \u00d6sterreich gab am 21. Oktober 1992 eine Silberpr\u00e4gung zu 100 Schilling heraus, deren Revers \u2013 die Bildseite einer M\u00fcnze \u2013 ein Bildnis Karls V. (1500-1558) zeigt1, w\u00e4hrend sich auf dem Avers \u2013 ihrer Wert\u00adseite \u2013 Bildnisse Kaiser Ferdinands I. (1503-1564) und K\u00f6nig Philipp II. von Spanien (1527-1598) befinden2. Diese Sondergedenkm\u00fcnze ordnet sich ein in eine Millenium-Serie, mit der die Republik \u00d6ster\u00adreich seit 1991 bis zum Jubil\u00e4umsjahr 1996 in acht silbernen und sechs goldenen Pr\u00e4gungen sowie einer \u201aKursm\u00fcnze\u2018 an die 1000-j\u00e4hrige \u00f6sterreichi\u00adsche Geschichte erinnerte. [ \u2026 ]<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/kaiser-karl-v-vom-burgundischen-ritter-zum-ahnherrn-oesterreichs\/\"><span>Weiterlesen &gt;&gt;<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1738,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[327,336,335,326,309,333,334],"tags":[341,337,339,320,338,311,340],"class_list":["post-1563","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-fruehe-neuzeit","category-gegenwart","category-habsburg","category-ikonographie","category-karl-v","category-numismatik","category-oesterreich","tag-1000-jahrfeier","tag-gedenkmuenze","tag-haus-habsburg","tag-herrschaftsverstaendnis","tag-kaiserbild","tag-karl-v","tag-oesterreich"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1563","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1563"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1563\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1878,"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1563\/revisions\/1878"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1738"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1563"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1563"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/reflejarte.es\/RAINERWOHLFEIL\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1563"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}