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	<title>Franco-Regime &#8211; Rainer Wohlfeil</title>
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	<description>Geschichte der Frühen Neuzeit - Publikationen</description>
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	<title>Franco-Regime &#8211; Rainer Wohlfeil</title>
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		<title>Die Katholischen Könige und die Franco-DiktaturDie Katholischen Könige, als Sinnpotential gespiegelt in der Ideologie der Franco-Diktatur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rainer Wohlfeil]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Apr 2017 19:03:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Franco]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
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					<description><![CDATA[Prof. em. Dr. Rainer Wohlfeil<br>DIE KATHOLISCHEN KÖNIGE UND DIE FRANCO-DIKTATUR<br>Die Katholischen Könige, als Sinnpotential gespiegelt in der Ideologie der Franco-Diktatur.   <br><br>Anläßlich der 500. Wiederkehr der Entdeckung Amerikas gedachte Spanien auch in Sondermünzen dieses Ereignisses. Vier Serien (1989-1992) mit jeweils fünf Gold- und sieben Silbermünzen1 ori­entierten sich an den Nominalen des Währungssystems, das von den Katholischen Königen, Isabella I. (1451-1504) und Ferdi­nand V. von Kastilien (1452-1516; als König von Aragón Ferdinand II.), 1497 grundlegend reformiert worden war2. In der ersten Serie zeigt die höchstwertige Nominale, eine Gold­mün­ze zu 80.000 Pesetas, geprägt nach dem Vorbild der ‚Onza‘, der Münze zu 8 Escudos [ … ]<p> <a class="continue-reading-link" href="https://reflejarte.es/RAINERWOHLFEIL/die-katholischen-koenige-und-die-franco-diktaturdie-katholischen-koenige-als-sinnpotential-gespiegelt-in-der-ideologie-der-franco-diktatur/"><span>Weiterlesen &#62;&#62;</span><i class="crycon-right-dir"></i></a> </p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://reflejarte.es/RAINERWOHLFEIL/wp-content/uploads/2017/04/billete-1000-pesetas-1957.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft wp-image-1643" src="http://reflejarte.es/RAINERWOHLFEIL/wp-content/uploads/2017/04/billete-1000-pesetas-1957.jpg" alt="billete de 1000 pesetas, España, 1957: Reyes Católicos" width="346" height="458" srcset="https://reflejarte.es/RAINERWOHLFEIL/wp-content/uploads/2017/04/billete-1000-pesetas-1957.jpg 453w, https://reflejarte.es/RAINERWOHLFEIL/wp-content/uploads/2017/04/billete-1000-pesetas-1957-151x200.jpg 151w, https://reflejarte.es/RAINERWOHLFEIL/wp-content/uploads/2017/04/billete-1000-pesetas-1957-113x150.jpg 113w" sizes="(max-width: 346px) 100vw, 346px" /></a>Prof.em.Dr.Rainer Wohlfeil, Hamburg:</p>
<h2 style="text-align: center;"><a href="http://reflejarte.es/RAINERWOHLFEIL/wp-content/uploads/2017/03/svz82-RainerWohlfeil-KatholKoenigeFrancoregime.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Die Katholischen Könige und die Franco-Diktatur.  </strong></a></h2>
<h3 style="text-align: center;"><strong>Die Katholischen Könige, als Sinnpotential gespiegelt<br />
in der Ideologie der Franco-Diktatur.<br />
</strong></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p>Anläßlich der 500. Wiederkehr der Entdeckung Amerikas gedachte Spanien auch in Sondermünzen dieses Ereignisses. Vier Serien (1989-1992) mit jeweils fünf Gold- und sieben Silbermünzen<a href="#sdfootnote1sym"><sup>1</sup></a> ori­entierten sich an den Nominalen des Währungssystems, das von den Katholischen Königen, Isabella I. (1451-1504) und Ferdi­nand V. von Kastilien (1452-1516; als König von Aragón Ferdinand II.), 1497 grundlegend reformiert worden war<a href="#sdfootnote2sym"><sup>2</sup></a>. In der ersten Serie zeigt die höchstwertige Nominale, eine Gold­mün­ze zu 80.000 Pesetas, geprägt nach dem Vorbild der &#8218;Onza&#8216;, der Münze zu 8 Escudos, auf der einen Seite Juan Carlos I. und Sophia &#8211; das ge­genwärtige Königspaar. Die Ehepartner blicken sich gegenseitig an<a href="#sdfootnote3sym"><sup>3</sup></a>. Die andere Seite enthält ein Dop­pelpor­trät der Ka­tholischen Könige in ähnlicher Position, entnommen dem Bild auf ihrer Goldmünze &#8218;Excelente de oro’<a href="#sdfootnote4sym"><sup>4</sup></a>.</p>
<p style="text-align: left;">Das Doppelporträt des heutigen Königspaares ist eine Hommage an die geachteten Per­sönlichkeiten, zugleich aber eine sinnentleerte Übernahme einer früh­neu­zeit­lichen Herrschaftsbekundung. Unter konstitutioneller Fra­gestellung eignet dem Bild von 1989 keine Aussage, staats- und verfas­sungs­recht­lich relevant ist nur der Kö­nig. Isabella I. und Ferdi­nand V. sind im Kontext des Jubilä­ums von 1992 vornehmlich historisch eingebracht, während ihre Bildnisse und Embleme im Zeichen der Diktatur des &#8218;Caudillo&#8216;, des Generals Francisco Franco y Bahamonde (1892-1975), als Sinnpotential ideologisch und politisch genutzt wurden.  [ &#8230; ]</p>
<p style="text-align: left;"><span id="more-1641"></span></p>
<p style="text-align: center;"><!--more--><a href="http://reflejarte.es/RAINERWOHLFEIL/wp-content/uploads/2017/03/svz82-RainerWohlfeil-KatholKoenigeFrancoregime.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">[Weiterlesen  &gt;&gt;  vollständiger Text mit Fußnoten im pdf-Format / neuer Tab  &gt;&gt;]</a></p>
<hr />
<h6 style="text-align: center;"><span style="color: #234567;"><em>bibliografischer Hinweis &#8211; <strong>svz 82</strong></em></span><br />
<span style="color: #234567;"><em> Rainer Wohlfeil: <strong>Die Katholischen Könige und die Franco-Diktatur<u>,</u></strong> in:</em></span><br />
<span style="color: #234567;"><em> Zeitenspiegelung. Zur Bedeutung von Traditionen in Kunst und Kunstwissenschaft. </em></span><br />
<span style="color: #234567;"><em> Festschrift für Konrad Hoffmann zum 60. Geburtstag am 8. Oktober 1998, </em></span><br />
<span style="color: #234567;"><em> hg. von Peter K. Klein und Regina Prange, Bonn 1998, S. 61 &#8211; 72</em></span></h6>
<hr />
<p style="text-align: left;">[ &#8230; ]</p>
<p>Zur Erklärung die­ser These werden einleitend einschlägige Grund­züge der Herrschaft der Katho­lischen Köni­ge aufgezeigt (I). Sie fand politisch und ver­fassungsrechtlich ihren ver­bildlichten Ausdruck in einer Staatssymbo­lik, die unter Franco reaktiviert wurde, indem sich das Regime ihrer Sinnzeichen als Zitate be­dien­te. Die Ana­lyse und Deutung der Embleme auf Münzbild und Wap­pen der Ka­tholi­schen Könige (II) sind eine Vorausset­zung, um die Frage zu beantworten, welcher Sinn ihrer Verwendung auf Banknoten und Münzen des Franco-Staates eignete<a href="#sdfootnote5sym"><sup>5</sup></a>. Diese zeigten seit 1937 Herrschaftszeichen und Bil­der jenes Königspaa­res. Sie werden im dritten Teil vor­gestellt (III) und abschlie­ßend hinsichtlich ihrer ideo­logischen Aussage und politischen Rele­vanz im Kontext der Diktatur interpre­tiert (IV).</p>
<p>I</p>
<p>Isabella von Kastilien heiratete 1469 gegen den Willen ihres Halbbruders, König Heinrich IV. (1425-1474), ihren Vetter Ferdinand von Aragón. Nach dem Tod des Königs seit 1474 Kö­nigin, erkämpfte sich Isabella die Herrschaft in einem Reich, das im 15. Jahrhundert sehr starke Wirren durch­lebt hatte. Ferdinand trat die Re­gierung über die Krone Ara­gon 1479 an. In Kastilien bestand der anomale Fall, daß zwei Könige mit je­weils fortlaufenden Herrscher­zah­len gemeinsam ein Reich regierten<a href="#sdfootnote6sym"><sup>6</sup></a>. Schon aus diesem Sachverhalt erhellt, daß ihr gemeinsames Königtum höchsten sehr bedingt aus einer mittelalterlich-visionären Idee von einer Ein­heit Spa­niens folgerte oder gar Ergebnis einer zielbewußten Einigungspolitik war, son­dern sich aus den beson­deren Bedingungen ergab, unter denen beide Thronanwärter gelebt hat­ten. Dem entsprach, daß Ferdinand nach dem Tode der Königin geneigt war, einem Sohn aus seiner zweiten Ehe mit Germaine de Foix (1488-1538) die Krone Aragón zu übertragen. Das Königspaar hat je­doch durch seine gemeinschaftli­che Re­gierung, vor allem die gemeinsamen politischen und militärischen Un­ternehmun­gen, Grundlagen für die abso­lu­tistisch geprägte Herrschaft der Krone Kastilien, für eine bereits sei­tens euro­päischer Staaten als &#8217;spanisch&#8216; ver­standene Groß­machtstellung unter den ersten habsburgischen Monarchen und für die wesent­lich spätere Ver­einigung der staatsrechtlich unter seiner Herr­schaft noch ge­trennten Kronen Kastilien und Aragon zur Krone Spanien ge­legt. Dennoch haben die Katholischen Könige trotz entschiedener Stärkung der monarchischen Autorität und stetig stei­gender Bedeutung als europäischer Machtfaktor zu keiner Zeit einen nationalen Einheitsstaat zu ver­wirkli­chen angestrebt, beachte­ten verfassungsrechtlich vielmehr streng die &#8218;fueros y co­stumbres&#8216; der in ihrer Bi-Personal- bzw. Ma­trimonialunion zusam­mengeschlossenen Kronen, er­kannten den &#8218;Re­gionalismus&#8216; der Länder uneingeschränkt an. Ein Zeugnis dessen waren auch die unterschiedlichen Mün­zen: Neben der Krone Kastilien gaben u. a. Aragón, die Balearen, Katalonien, Valencia und später Navarra landeseigene Prägungen aus<a href="#sdfootnote7sym"><sup>7</sup></a>.</p>
<p>Grundlegend für die gemeinsame Regierung waren der Heiratsvertrag von 1469 und vor allem ein in Segovia 1475 getroffenes Abkommen. In ihm wurden die Regierungsrechte Isabellas als &#8222;legítima heredera y sucesora del Reino de Castilla&#8220; und Ferdinands als &#8222;legítimo marido de la reina&#8220; festgelegt. Aber &#8211; er­folg­reich war ihre Politik vor allem infolge des guten Einvernehmens der Ehegatten, die sicherlich aufgetretene un­terschied­liche Meinungen nach außen hin nicht bekannt werden ließen. Es ist dem Hi­sto­riker fast unmög­lich, im einzelnen Fall zu verorten, auf wel­chen der beiden Herrscher ein Beschluß zurückging. Die Kronen Kastilien und Aragón waren über die persönliche Bindung ihrer Herrscher verknüpft &#8211; eine Bindung in Gleichberechtigung, die sich in ihren Ti­teln ebenso wie in der De­vi­se &#8222;Tanto monta, monta tanto &#8211; Isabel como Fernando&#8220;, in Herr­schaftszeichen und in Emblemen ausdrückte. &#8222;Es ist einerlei&#8220;, wie sich ihr Wahlspruch sinngemäß übersetzen läßt, war vielseitig ver­wendbar, be­zog sich auf das &#8222;mandar, guerrar, regir, e senorear a uno con ella&#8220; ebenso wie auf die Deutung ei­nes Sinn­zei­chen des Königs. Ausdrucksformen ihres Bekenntnisses zur gemeinsamen Herr­schaft finden sich bei komplexem herrschaftlichen Zeichensystems u. a. im Staatswappen und auf Mün­zen<a href="#sdfootnote8sym"><sup>8</sup></a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>II</p>
<p>Der &#8218;Excelente de oro&#8216; weist als Münzbild die einander zugewandten ge­krönten Bü­sten des Königspaares auf. Sie werden am Rand von der Inschrift &#8218;FERNANDVS ET ELISABET D(EI) G(RATIA) REX ET REGINA CAS(TILLA)&#8216; umrahmt<a href="#sdfootnote9sym"><sup>9</sup></a>. Die Gegenseite der höherwertigen Nominalen zeigt den nimbierten Adler des Johan­nes, der einen überkrönten gevierteilten Schild mit den Wappen von Kastilien-León, Aragón-Sizi­lien und Gra­nada hinterfängt<a href="#sdfootnote10sym"><sup>10</sup></a>. Dieses Staatswap­pen umschließt die Inschrift &#8218;SVB VMBRA ALARVM TVARUM PRO­TEGE NOS&#8216;<a href="#sdfootnote11sym"><sup>11</sup></a>. Auf niederen Nomi­nalen findet sich nur die Wappen von Kastilien und León, umfangen von der In­schrift &#8218;QVOS DEVS CONIVNXIT HOMO NON SEPARET&#8216;<a href="#sdfootnote12sym"><sup>12</sup></a>. &#8211; In den Silbermünzen schlug sich seit 1497 die spezifische Herr­schaftssymbolik des Königspaares ebenfalls nie­der. Die Prágmatica schrieb u .a. die Darstellung eines Jochs mit Seil und ein Pfeilbündel vor<a href="#sdfootnote13sym"><sup>13</sup></a>.</p>
<p>Alle benannten Zeichen vereint das Staatswappen<a href="#sdfootnote14sym"><sup>14</sup></a>. In seiner bekanntesten Ausführung hinterfängt bei der ur­sprünglichen Form der nimbierte Adler des Apostels Johannes als Schildhalter den Wappenschild, der nach oben mit einer of­fenen Krone abgeschlossen ist. Das Wappen ist auf kastilische Art gevierteilt. In den einan­der gegenüberlie­genden Feldern 1 und 4 sind die Zeichen für Kastilien (Kastell) und León (gekrönter Löwe) eingebracht, in den Feldern 2 und 3 für Aragón (vier Pfähle, eigentlich Wappen der Grafschaft Barcelona) und Aragón-Sizili­en (Schräggeviert von Aragón und staufischer Adler). Neu der Krone einverleibte Königreiche wurden mit ih­ren Wappen später hinzugefügt, nach 1492 Granada (Granatapfel) am unteren Rand in einem ge­schwungenen Dreieck, Neapel und Navarra nach ihren Inkorporationen in das quergeteilte Feld 2: linksseitig Aragón querge­spalten mit Na­varra (Kettennetz), rechtsseitig in der Länge gespalten Jerusalem (Krücken- kreuz) mit Ungarn (Turnierkragen). Der untere Teil des Wappens enthält zwei Devisen &#8211; das Pfeilbün­del und das Joch mit einem Seil, dazu das Motto &#8218;TANTO MONTA&#8216;<a href="#sdfootnote15sym"><sup>15</sup></a>.</p>
<p>Der Adler des Johannes mit Heiligenschein war das Emblem Isabellas. Nach ihrer Ehe­schlie­ßung trat ein Bün­del aus Pfeilen hinzu, deren Spitzen nach unten gerichtet sind, das Bündel umschlungen von einem Seil<a href="#sdfootnote16sym"><sup>16</sup></a>. Es symbolisierte die Verei­nigung der Kräfte, weil eine derartige Bün­de­lung als Ganzes nicht zu zerbrechen ist. Außerdem entsprach der Anfangsbuchstabe des Wortes &#8218;flechas&#8216; (Pfeile) dem erstem Buch­staben des Namens ihres Gatten. Joch<a href="#sdfootnote17sym"><sup>17</sup></a> und Seil, das als durch­schlagener gordischer Knoten interpretiert wurde, symboli­sierten &#8211; vor allem letzteres &#8211; den Leitsatz, daß der politischen Aktion der Vorrang gebühre; dabei sei es einerlei &#8211; zu deuten hier über die Devise &#8218;tanto monta&#8216; &#8211; ob der Knoten aufgeknüpft oder durch­schlagen werde. Außerdem spielte der An­fangsbuchstaben des Wortes &#8218;yugo&#8216; (Joch) auf den ersten Buchstaben des Namens &#8218;Ysabel&#8216; an. Der zentrale Wappenschild wurde in seinen Grundzügen zum Ursprung des gegen­wärtigen spanischen Staats­wappens. Festzuhalten bleibt, daß auf Münzen und Staatswappen über Doppelbild­nis und Embleme das be­schriebene bi-per­sonale Herrschaftsystem des Königspaares versinnbildlicht war, nicht aber ein Einheits- und nationaler Machtsstaat symbolisiert wurde.</p>
<p>III</p>
<p>Parallel zu Einführung der Pe­seta als nationaler Währung wurde das spanische Geldsystem in Anleh­nung an die Lateinische Münzunion von 1865 end­gültig auf das Dezimalsystem ausgerichtet. Auf dieser Grundlage be­saß Spanien bis zum Be­ginn des Bürger­krieges von 1936 ein­heitli­che Banknoten und Münzen. Diese Einheit wurde spätestens zerstört, als die Regierung der Auf­stän­dischen zu Bur­gos unter dem Datum 13. November 1936 mit der Emission ei­ner sog. nationalen Peseta als der Währung des &#8218;wahren&#8216; Spani­ens begann. Es wur­den vor allem Banknoten ausgegeben<a href="#sdfootnote18sym"><sup>18</sup></a>, von denen hier die niedrigen Nominale be­rücksichtigt werden: Sie waren unter der gesamten Bevölkerung in stetem Umlauf und daher als &#8218;Ideologieträger&#8216; besonders geeignet. Niedrigster Wert war die Banknote zu ei­ner Peseta, in zehn Emissionen bis 1953 verausgabt<a href="#sdfootnote19sym"><sup>19</sup></a>.</p>
<p>Gemäß Dekret vom 1. Okto­ber 1936 wurden als Symbole &#8222;las flechas y el yugo, símbolo de la unidad espanola a suprema galardón&#8220; in das Staatswap­pen aufgenommen und sollten auf den neuen Münzen erscheinen<a href="#sdfootnote20sym"><sup>20</sup></a>. Die erste Banknote zu einer Peseta &#8211; Emission am 12. Oktober 1937, ver­sehen mit der zusätzlichen Zeitangabe &#8218;II ANO TRIUN­FAL&#8216; &#8211; enthielt jedoch nur einen ovalen Wappenschild mit einer geschlossenen Krone, umrahmt von Kette und Widderfell des Ordens vom Golde­nen Vlies: das Wappen des im Exil befindli­chen Königshau­ses<a href="#sdfootnote21sym"><sup>21</sup></a>. Das Dekret wurde erst bei den näch­sten zwei Emissio­nen vom 28. Februar und 30. April 1938 ver­wirk­licht, eben­falls unter dem Motto &#8218;II ANO TRIUNFAL&#8216;<a href="#sdfootnote22sym"><sup>22</sup></a>. Beide Banknoten zeigen das neue Staatswap­pen, hinterfangen von dem nimbier­ten Ad­ler des Apostel Johannes als Schildhalter und eingerahmt von den Säulen des Herak­les mit der Devi­se &#8218;PLVS VLTRA&#8216;<a href="#sdfootnote23sym"><sup>23</sup></a>, zwei Sinnzeichen, die Karl V. (1500-1558) in sein Staats­wappen einge­fügt hatte. Der Wappenschild enthält die Wappen von Kastilien, León, Aragón, Navarra und Granada. Oberhalb der Adler­schwingen flattert ein Spruchband mit dem Wahl­spruch &#8218;VNA GRANDE LIBRE&#8216;<a href="#sdfootnote24sym"><sup>24</sup></a>. Zu beiden Seiten seiner Schwanzfedern sind Joch und Seil sowie ein Bündel von fünf nach unten gerich­teten Pfei­len, umschlungen von einem Seil, einge­bracht. Dieses Staats­wappen wurde bei der vierten Aus­gabe vom 1. Juni 1940 auf die Rück­seite verlegt<a href="#sdfootnote25sym"><sup>25</sup></a>, auf der Vorderseite beginnen Bilder die Banknoten zu schmücken. Die sechste Emission vom 21. Mai 1943 bildete linksseitig Kö­nig Ferdi­nand in Dreiviertel­profil ab<a href="#sdfootnote26sym"><sup>26</sup></a>. Die Randleiste enthält in zweifacher Ausführung alle Wappenbilder des Staatswap­pens sowie Joch und Pfeil­bün­del. Ihrem Gatten folgt auf der Vor­derseite der siebten Emissi­on vom 15. Juni 1945 Königin Isa­bella<a href="#sdfootnote27sym"><sup>27</sup></a>. Die weiteren Banknoten können übergangen werden<a href="#sdfootnote28sym"><sup>28</sup></a>. Isabella wurde außerdem auf der fünften Emission der Banknoten zu fünf Pese­tas (13. Fe­bruar 1943) ab­gebildet<a href="#sdfootnote29sym"><sup>29</sup></a> und war auch auf deren sech­ster Emission (15. Juli 1945) zu se­hen<a href="#sdfootnote30sym"><sup>30</sup></a>. Beide Ausgaben enthalten zudem die bekannten Wappen einschließlich Joch und Pfeilbündel. Ihre letzte Ab­bildung fanden die Ka­tholischen Könige gemeinsam auf der achten Emis­sion einer Banknote zu 1000 Pese­tas vom 29. November 1957, deren Rückseite ihr Staatswappen und ihre Embleme aufweist<a href="#sdfootnote31sym"><sup>31</sup></a>. Das Staatswap­pen des Franco-Regimes mit Joch und Bündel und / oder ein Sonnen­sym­bol waren auf den Vorderseiten ande­rer Banknoten zumindest schemenhaft dem Schriftbild unterlegt<a href="#sdfootnote32sym"><sup>32</sup></a>.</p>
<p>Daß Banknoten niederer Nominale mit ver­schie­de­nen Bildern ausgegeben wurden, ist ur­säch­lich in erster Linie damit erklären, daß Geldscheine, die in ständigen Umlauf wa­ren, sehr schnell un­ansehnlich und un­brauchbar wurden. Der Sachverhalt wurde genutzt, Banknoten bildlich in den Dienst der Propaganda gestellt. Vom Be­ginn des Bürgerkriegs an lag den Bank­no­ten beider Seiten ein ideologisches Programm zugrunde &#8211; für die Republik die Aussage, den spa­nischen Staat und seine Geschichte demokratisch legitim zu re­präsentie­ren<a href="#sdfootnote33sym"><sup>33</sup></a>. Seitens des Franco-Re­gimes dienten die Bank­noten der Aufgabe, den Staat unter Rück­griff auf Perso­nen und Ereignisse einer als spezifisch national begriffenen Geschichte zu legitimieren.</p>
<p>Daß Franco ein anderes Spanien an­strebte als das der unmittelbaren Vergangenheit, offenbarte auch die erste Münze<a href="#sdfootnote34sym"><sup>34</sup></a>. Geprägt 1937 in Wien als Wert zu 25 Céntimos, zeigt die mittseits gelochte Münze auf der Bildseite den Landesnamen &#8218;ESPANA&#8216; und die Devise &#8218;VNA GRANDE LIBRE&#8216; auf einem Kranz von Strahlen, die von der Lochung gleich einer Sonne ausgehen, das Joch und fünf gebündelte Pfeile zu­sammen­gefaßt in einem Emblem, das Datum des Aus­gabejah­rs mit dem Zusatz &#8218;II ANO TRIVNFAL&#8216;. Die Pfeile zeigen nach oben<a href="#sdfootnote35sym"><sup>35</sup></a>.</p>
<p>Eine Münze zu einer Peseta wurde erstmals 1944 geprägt<a href="#sdfootnote36sym"><sup>36</sup></a>. Der Münz­wert ist von ei­nem ara­besken Kranz aus den bekannten Wappen und dem zusammenge­fügtem Joch und Bündel von fünf aufwärts ge­richteten Pfeilen umschlossen, das Wappen des Regimes auf der Gegenseite zu sehen.. Daß dieses Münzbild mit seiner klaren ideologi­schen Aussage nur einmal ver­wendet wurde, dürfte in der staatsrechtlichen Verlautbarung vom 1. April 1947 be­gründet sein, die Spanien zur Monarchie mit dem Caudillo als Staatschef auf Lebens­zeit erklärte.</p>
<p>Unter dem formellen Ausgabe­jahr 1946 erschien auf den Münzen eine Kopfbüste des Staats­chefs<a href="#sdfootnote37sym"><sup>37</sup></a>. Mit fünf Emissionen zu einer Peseta wurde jenes schlichte Bildprogramm eröffnet, das im Dienst der Restau­ra­tion einer Monar­chie un­ter der Führung von Franco stand. Zum er­sten Male erscheint als Um­rahmung der Kopfbüste die Umschrift FRANCISCO FRANCO CAUDILLO DE ESPAÑA POR LA G.(RACIA) DE DIOS. Die Formulie­rung &#8218;POR LA GRACIA DE DIOS&#8216; war ein eindeutiges Bekenntnis zur Ableitung der Herrschaftsge­walt aus göttlichem Recht unter Ab­leh­nung der Lehre von Volkssouveränität und Gesellschafts­vertrag. Zu­gleich läßt sie sich als Bekenntnis zum mon­archi­schen Prinzip interpretieren.</p>
<p>Alle Münzen offen­barten zweifelsfrei, daß sie nicht nur Zah­lungsmittel waren, sondern selbst in der Form von Schei­de­münzen zu 5 und 10 Céntimos der Selbstdarstellung und Legiti­mation des Franco-Regimes dienten. Ausgegeben am 11. Februar 1941 zeigen sie auf der Bildseite u.a. einen Lanzen­reiter und die Inschrift &#8218;ESPAÑA&#8216;<a href="#sdfootnote38sym"><sup>38</sup></a>. Der Lanzenreiter entspricht in modifiziertes Form jenem &#8218;iberischen Lanzenrei­ter&#8216;, der auf Mün­zen während der römischen Herrschaft das offenbar auf As und Denar am weitesten verbreitete Münzbild war. Hier wurde zugleich voll das Wappen der Katho­lischen Könige ein­schließlich ihrer Embleme Joch und Pfeil­bündel reaktiviert, ergänzt durch die Säu­len des Herakles und die Devise &#8218;PLUS ULTRA&#8216; sowie die zwischen Krone und Adler auf einer ge­schwungenen Banderole einge­brachte Devise &#8218;UNA GRANDE LIBRE&#8216;<a href="#sdfootnote39sym"><sup>39</sup></a>.</p>
<p>Abweichend von den Münzen mit Francos Por­trät war nur die von 1949 bis 1965 verausgabte Münze zu 50 Céntimos<a href="#sdfootnote40sym"><sup>40</sup></a>. Die mittseits durchlochten Prägungen zei­gen auf der Bildseite u.a. die Inschrift &#8218;ESPANA&#8216; und als Sym­bole Anker, Tau sowie Steu­errad &#8211; Sinnbil­der für Spa­nien als Seefahrernation. Die andere Seite enthält neben der Wertan­gabe das Staatswappen mit Joch und Pfeilbündel, wobei auf der ersten Ausgabe die Pfeile analog zur Gestaltung des Pfeilbündels unter den Katholischen Königen nach unten gerichtet sind.</p>
<p>Im Laufe weiterer Emissionen sind Porträt und Staatswappen leicht abgewandelt worden<a href="#sdfootnote41sym"><sup>41</sup></a>; ab 1957 wurden die Säulen des Herakles vor einem schräg hinein­gesetzten Adler des Hl. Johannes eingebracht<a href="#sdfootnote42sym"><sup>42</sup></a>. Alle Münzen ab dem Wert zu 25 Pesetas enthielten auf dem Münzenrand statt der Strichkändelung bei den niederen No­mina­len den Leit­spruch * UNA ** GRANDE ** LIBRE*. Er verschwand erst mit der Kursmünzenausgabe von 1982 unter Juan Carlos I. Einzige Silberprägung war von 1966 bis 1970 eine 100-Pesetas-Münze<a href="#sdfootnote43sym"><sup>43</sup></a>, deren Bildseite in Franco-Por­trät und Titelei den gleichzeitigen Kursmünzen entspricht, die abweichende Wertseite aber ein gekröntes fünf­feldiges Wappen und am Außenrand Joch und Pfeilbündel enthält.</p>
<p>Mit dem Regierungsantritt König Juan Carlos I. im Jahre 1975 begann sich der Wandel des Staatswesens auch auf neuen Münzen auszudrücken. Die Kursmünzen zeigten bildseitig das Porträt des neuen Staats­ober­hauptes, der wegweisende Wandel vollzog sich im Verständnis und Sinne der politischen &#8218;transición&#8216; auf der Wertseite. Seit 1975 trägt die Bildseite der Kursmünzen das Porträt, das Ausgabejahr und die Titelumschrift &#8218;JUAN CAR­LOS I REY DE ESPANA&#8216;. Die Münze zu fünf Pesetas deutete auf der Rück­seite den Wandel an: Das gekrönte spanische Staatswappen ent­hielt im Mittelschild das bourbonische Emblem der Lilien, umrahmt von der Or­denskette des Gol­de­nen Vlieses und unterlegt mit ei­nem Adreaskreuz, jedoch blieben bis 1989 noch Joch und Pfeilbündel erhalten<a href="#sdfootnote44sym"><sup>44</sup></a>. Nach und nach verschwanden der Adler des Johannes, die Devise &#8218;UNA GRANDE LIBRE&#8216; sowie zuletzt das Joch und das Pfeilbündel aus dem Münz­bild<a href="#sdfootnote45sym"><sup>45</sup></a>. Eine neue Kurs­mün­zenserie seit 1982 zeigte den vorsich­tig, mit politischer Klugheit vollzogenen Wandel<a href="#sdfootnote46sym"><sup>46</sup></a>. In abgemessenen Schritten befreite sich Spanien vom Erbe Francos.</p>
<p>IV</p>
<p>Nach Francos Verständnis legitimierte sich sein autoritär-hierarchisches Regime aus dem Sieg im Krieg der &#8218;beiden&#8216; Spanien &#8211; interpretiert als ein Kreuzzug gegen die Kräfte des &#8218;Anti-Spanien&#8216;, wurde der An­spruch erhoben, Spanien in unmittelbarer Anknüp­fung an seine ruhmvolle Vergangenheit aus Dekadenz und vor dem Ver­sinken im Strudel des Internationa­lismus errettet zu haben und zu nationaler Ein­heit und Größe zurückzu­führen. Dieses &#8217;neue Spanien&#8216; leitete sein reaktionäres Sinngefüge aus militäri­schen Vorstellungen, aus kon­servativer Tradition, aus katholi­schem Konfessionalismus und teilweise auch aus der &#8218;Weltanschauung&#8216; der Falange her. Ihre Ideologie<a href="#sdfootnote47sym"><sup>47</sup></a> ziel­te auf die Wie­derherstellung der ehemaligen Größe Spaniens ab und war einem Nationalismus im Verständnis einer &#8217;schicksalhaften Einheit Spaniens&#8216; verhaftet, der Regionalismus und erst recht Separatismus als &#8218;unver­zeihliches Verbrechen&#8216; strikt verwarf; diese Ideologie berief sich auf die katholische Konfession als die dem Spanier ureigene Religion und verfocht &#8211; wenn auch unklare &#8211; imperialisti­sche Vorstellungen. Nicht zu­letzt bekundete die Falange ein uneingeschränktes Be­kenntnis zu militärischen Werten. Historisch sahen vor allem Ramiro Ledesma Ramos (1905-1936) und sein Umfeld in den Katholi­schen Königen ein Vorbild verkör­pert, deren ruhmreiche Herrschaft sie als Beispiel der Größe Spanien ständig beschworen, etwa in der Formu­lierung &#8222;Unter Isabella und Ferdinand waren wir die erste Nation der Welt, in der Staat und nationales Wollen zu einer unauflösbaren, dauernden Wesenseinheit verschmolzen.&#8220; Die Be­zeichnung &#8218;Katholische Könige&#8216; wurde als politischer Begriff instrumentalisiert, der ihre Herrschaft als eine Zeit eines &#8222;sentido nacional y mili­tar&#8220; er­scheinen ließ. Verkör­pert sahen sie den Be­griffsgehalt in den Sinnzei­chen Joch und Pfeilbündel &#8211; dem &#8217;símbolo de unidad espanola&#8216; . Diese Embleme wurden erstmals, wohl ange­regt durch Juan Aparicio López (*1906) dem Titel der Zeitung &#8218;La Conquista del Estado&#8216; bei­ge­fügt<a href="#sdfootnote48sym"><sup>48</sup></a>, danach zu Emblemen der Falange er­ho­ben. Für die Mitglieder der &#8218;Bewegung&#8216; waren sie einerseits Sinnbilder für die von ihnen geforderte Diszi­plin und Angriffs­bereitschaft<a href="#sdfootnote49sym"><sup>49</sup></a>. Im Zeichen falangi­stischer Zukunftsbewältigung sollten sie andererseits durch die Beschäfti­gung mit der Vergan­genheit Sinn stif­ten, dienen als kraftgeladene Zeichen. Sie standen für einen übersinnli­chen Begriff &#8211; für das ewige Spanien. Diese Idee fand einen weiteren Ausdruck in dem Leitspruch &#8218;Espana una, grande y libre&#8216; (Ein Spanien, groß und frei), den die JONS &#8211; Juntas de Ofensiva Nacional-Sindi­calista – bei ihrer Ver­einigung mit der Falange einbrachten.</p>
<p>Als die Falange nach Ausbruch des Bürgerkrieges 1937 von Franco in eine einheitliche Staatspartei überführt wurde, die sich von zahl­reichen falangistischen Vorstellungen trennte, übernahm das Regime ihre Embleme und ihren Leitspruch. Daß eine solche Identifikation nicht von Anfang an gegeben war, offenbart die erste Banknote<a href="#sdfootnote50sym"><sup>50</sup></a>. Dem neuen sinnstiftenden Deutungs- und Ordnungspotential war nicht mehr ein Bezug zur Re­stauration der vergangenen Monarchie, sondern ein Bekenntnis zur sogenannten ruhm­reichsten Vergangenheit Spa­niens zu entnehmen. Auf der Grundlage einer Beschäftigung mit den Katholi­schen Königen wurde über manipulierte Tradition ein Ge­schichtsbild freige­setzt und beschworen, dessen Lei­stungsfähigkeit darin gesehen wurde, daß Franco gleich den Katholischen Königen unwandelbaren traditionalen Werten und Normen ver­pflichtet erschien und ver­antwort­lich war einzig vor der Ge­schichte und vor Gott &#8211; allgegenwärtig sichtbar in der Formulie­rung &#8218;POR LA GRACIA DE DIOS&#8216;.</p>
<p>Wenn Ladero Quesada 1992 festgestellt hat, daß das Zeitalter der Katholischen Könige für die spanische Ge­schichtswissenschaft stetig von besonderem Interesse war, &#8222;aber auch zu anachronistischen und nationalisti­schen Interpretationen Anlaß gegeben&#8220; habe<a href="#sdfootnote51sym"><sup>51</sup></a>, so gilt diese Aussage nicht zuletzt für die Zeit des Franco-Re­gimes. Das leitende Erkenntnisinteresse wurde nicht selten vom politischen Legiti­mationsbe­dürfnis der Dikta­tur beeinflußt. Nach seinem historischem Selbstverständnis vollendete der Diktator je­ne Po­litik, die unter den Katholischen Königen zwangsläufig und unvermeidlich zum spanischen National­staat ge­führt habe &#8211; zu jener Einheit und Einigkeit, die besonders die im Bürgerkrieg bekämpfte Repu­blik sträflich preisgege­ben hätte. Es war jedoch anachronistisch, von einem Einheitsstaat um 1500 zu spre­chen, in dem sich der am stärksten zen­tralisierte Staat, den die Spanier jemals über sich ergehen lassen muß­ten, hätte gespiegelt sehen können. Dieser historische Sachverhalt schließt nicht aus, daß sich das Regime durch die Ka­tho­lischen Könige rechtfertigte, wenn es eine ständestaatlich organisierte Gesell­schaft oder jenen &#8222;extremen religiösen und geistigen Kon­for­mismus&#8220; zu restaurieren anstrebte, für den Isabella und Ferdinand mit der Zer­störung der Reste eines aus dem Mittelalter überkommenen, in Grenzen toleranten Zu­sammenlebens ethnisch und religiös verschiedener Men­schen historische Verantwortung zugesprochen wer­den muß<a href="#sdfootnote52sym"><sup>52</sup></a>. Das Regime le­gitimierte sich für den Diktator in erster Linie durch seinen militärischen Sieg über die gesellschaftlichen Kräf­te, die als &#8218;Anti-Spanien&#8216; denun­ziert wurden. Ihn beschwor er kontinuierlich. Dar­über hinaus aber sollten auch die nationalistischen und ideo­logischen Werte und Normen des Francismus, ge­faßt in dem leicht abgewandel­ten falangistischen Leitspruch &#8218;UNA &#8211; GRANDE &#8211; LIBRE&#8216; historisch legitimiert erscheinen. Aber nicht nur dieses Motto wurde jedem Spa­nier im Staatswappen und vor allem auf Münzen tag­täglich präsentiert, sondern auch die Embleme der Katho­lischen Könige. Der Berufung auf sie eignete die Funktion, die Vorstel­lung zu vermitteln, einzu­prägen und zu festigen, daß Isabella I. und Ferdinand V. in Franco und seinem System ih­ren kon­genia­len Nach­folger ge­fun­den hatten, daß der Staatschef deren hehre Ziele stetig verfolge. Indem sich das Franco-Re­gimes hinsicht­lich seiner politischen und gesellschaftlichen Funktion auf die Epoche um 1500 be­zog, um dadurch die Dikta­tur auch historisch zu rechtfertigen, verfälschten Ideologen und willfähige Histori­ker nicht nur das Geschichts­bild, sondern strebten an, ihre Sicht einer vergangenen historischen Wirklichkeit als Bau­stein für eine gegen die Geschichte gerichtete manipulierte Traditionsbildung zu instrumentalisieren &#8211; ein Versuch, der den Wider­spruch der Ge­schichtswissen­schaft herausfordert<a href="#sdfootnote53sym"><sup>53</sup></a>. Nicht hi­storisch gegründet, son­dern ideolo­gisch vermit­telt sah sich das Franco-Regime funktionell im Staat der Katholischen Könige gespie­gelt.</p>
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